Absicherung von Exportrisiken

Käu­fer­risi­ken und Län­der­ri­si­ken sind durch die Finanz­kri­se welt­weit gestie­gen. Für den Bund ist dies Anlass, die von ihm zur Ver­fü­gung gestell­te Absi­che­rungs­in­stru­men­te für Export­ri­si­ken bis Ende 2010 zu fle­xi­bi­li­sie­ren.

Absicherung von Exportrisiken

So ste­hen der­zeit ins­ge­samt 117 Mrd. € staat­li­cher Mit­tel für Export­kre­dit­ga­ran­ti­en zur Ver­fü­gung, mit denen Unter­neh­men ihre Aus­fuhr­ge­schäf­te absi­chern kön­nen. Um noch fle­xi­bler reagie­ren zu kön­nen, hat der Bund — zunächst befris­tet bis Ende 2010 — Neue­run­gen ein­ge­führt, die die Anwen­dung der Export­kre­dit­ga­ran­ti­en erwei­tern:

  • So ist der Selbst­be­halt von bis­her 15% auf 5% gesenkt wor­den, ein Prä­mi­en­auf­schlag vor­aus­ge­setzt.
  • Der maxi­ma­le Garan­tie­be­trag pro Expor­teur wur­de von bis­her 80 Mio. € auf 300 Mio. € auf­ge­stockt.
  • Auch bei Geschäf­ten mit ande­ren EU- und OECD-Län­dern ist die staat­li­che Deckung zukünf­tig unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen geneh­mi­gungs­fä­hig.
  • Wei­te­re Ent­las­tung gibt es des­wei­te­ren bei Aval­ga­ran­ti­en und Akkre­di­tiv­be­stä­ti­gun­gen.

Die Nach­fra­ge nach Export­kre­dit­ga­ran­tie­ren kommt der­zeit über­wie­gend von Groß­un­ter­neh­men. Dabei sind die Export­kre­dit­ga­ran­ti­en gera­de für klei­ne­re und mitt­le­re Unter­neh­men ein sinn­vol­les Instru­ment, ihren ohne­hin meist schon engen Liqui­di­täts­spiel­raum gegen Aus­fäl­le aus dem Export­ge­schäft abzu­si­chern. Auch bie­ten die­se Export­kre­dit­ga­ran­ti­en oft­mals gera­de erst die Mög­lich­keit, ein klei­ne­res Aus­fuhr­ge­schäft über­haupt durch­füh­ren zu kön­nen. Die Bear­bei­tung der Export­kre­dit­ga­ran­ti­en des Bun­des erfolgt nicht über den Bund selbst, son­dern im Auf­trag des Bun­des über die Euler Her­mes Kre­dit­ver­si­che­rungs-AG und die Pri­ce­wa­ter­house­Coo­pers AG.

Ein Pro­blem kön­nen jedoch auch die Export­kre­dit­ga­ran­ti­en nicht lösen: Näm­lich das Pro­blem, auf­grund des der­zei­ti­gen engen Liqui­di­täts­rah­mens der Ban­ken von der Haus­bank über­haupt einen Kre­dit zu erhal­ten, um trotz des welt­wei­ten Kon­junk­tur­ein­bruchs Export­auf­trä­ge akqui­rie­ren zu kön­nen. Doch oft­mals kön­nen hier­bei die Instru­men­te der staat­li­chen Export­kre­dit­ver­si­che­rung unter­stüt­zend wir­ken. Sie müs­sen nur bekannt sein und in Anspruch genom­men wer­den.