Arbeiten in Frankreich

Bie­tet der Arbeits­markt in Deutsch­land nicht die pas­sen­de Arbeits­stel­le, bleibt die Mög­lich­keit, sich jen­seits der Gren­zen nach einer Beschäf­ti­gung umzu­se­hen. Beson­ders inner­halb der Euro­päi­schen Uni­on ist das Arbei­ten rela­tiv unkom­pli­ziert. Für die Arbeits­su­che der Deut­schen sind ins­be­son­de­re die angren­zen­den Staa­ten wie Frank­reich sehr attrak­tiv.

Arbeiten in Frankreich

Für die Job­su­che ist es aber in jedem Fall wich­tig, die Lan­des­spra­che zu beherr­schen. Es macht wenig Sinn, sich für eine Stel­le in Frank­reich zu bewer­ben, wenn das Bewer­bungs­schrei­ben in deut­scher Spra­che ver­fasst ist und der Bewer­ber kein fran­zö­sisch spricht. Dage­gen hat man mit guten fran­zö­si­schen Sprach­kennt­nis­sen durch­aus eine Chan­ce auf dem Arbeits­markt. Es ist aller­dings wesent­lich mehr Eigen­in­itia­ti­ve erfor­der­lich, da nur ein gerin­ger Teil der offe­nen Stel­len in Job­bör­sen oder beim Arbeits­amt ange­bo­ten wer­den: Initia­tiv­be­wer­bung heißt hier das Zau­ber­wort.

Wer auf die­se Wei­se einen Job in Frank­reich bekommt, hat sich beim Abschluss des Arbeits­ver­tra­ges an spe­zi­el­le Rege­lun­gen zu hal­ten. So wer­den in Frank­reich grund­sätz­lich alle Arbeits­ver­trä­ge schrift­lich geschlos­sen.

Dar­über hin­aus sind unbe­fris­te­te Ver­trä­ge die Regel — unter bestimm­ten Vorraus­set­zun­gen ist eine Befris­tung inklu­si­ve ein­ma­li­ger Ver­län­ge­rung auf höchs­tens 18 bzw. 24 Mona­te mög­lich. Aus­nahms­wei­se ist eine Befris­tung erlaubt, wenn auf­grund einer unvor­her­ge­se­he­nen oder sai­so­na­len Mehr­be­las­tung ein erhöh­ter Per­so­nal­be­darf erfor­der­lich ist. Außer­dem kann bei einem Aus­fall eines unbe­fris­tet ange­stell­ten Arbeit­neh­mers wegen Krank­heit oder Urlaub ein zeit­lich befris­te­ter Ver­trag mit dem Arbeit­neh­mer geschlos­sen wer­den, der den Aus­fal­len­den ersetzt.

Nach lan­gen Streiks ist im August 2016 das „Gesetz über Arbeit, Moder­ni­sie­rung des sozia­len Dia­logs und Siche­rung der beruf­li­chen Lauf­bahn” in Kraft getre­ten. Mit die­ser Reform des fran­zö­si­schen Arbeits­rechts soll­ten bestimm­te Rege­lun­gen fle­xi­bler gestal­tet wer­den. In eini­gen Punk­ten soll die Ent­schei­dung im Hand­lungs­be­reich der Unter­neh­men blei­ben. Für den Arbeit­neh­mer haben sich nicht nur neue Rege­lun­gen bezüg­lich der Arbeits­zei­ten (fle­xi­ble­re Arbeits­zeit­ein­tei­lung) erge­ben, son­dern auch im Kün­di­gungs­recht hat es Neue­run­gen gege­ben. So hat es mit der Reform eine neue Defi­ni­ti­on der betriebs­be­ding­ten Kün­di­gung gege­ben: Neben den bis­he­ri­gen wirt­schaft­li­chen Grün­den (wirt­schaft­li­che Schwie­rig­kei­ten und tech­ni­sche Ver­än­de­run­gen) wer­den zwei wei­te­re Grün­de zur Recht­fer­ti­gung einer betriebs­be­ding­ten Kün­di­gung auf­ge­führt. Wird die Tätig­keit ein­ge­stellt oder erfor­dert die Wett­be­werbs­fä­hig­keit die Umstruk­tu­rie­rung eines Unter­neh­mens, kann eine betriebs­be­ding­te Kün­di­gung gerecht­fer­tigt sein.

Ist der Arbeit­neh­mer nicht sicher, ob er im Nach­bar­staat arbei­ten möch­te, kann die Ver­ein­ba­rung einer Pro­be­zeit hilf­reich sein. Denn auch in Frank­reich ist es mög­lich, eine Pro­be­zeit zu ver­ein­ba­ren. Die Län­ge der Pro­be­zeit hängt oft­mals von dem Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis ab: Üblich sind Pro­be­zei­ten von 1 — 2 Mona­ten, han­delt es sich um mitt­le­re oder lei­ten­de Ange­stell­te beläuft sich die Pro­be­zeit meist auf 3 Mona­te. Aber auch eine län­ge­re Pro­be­zeit kann ver­ein­bart wer­den. Als EU-Bür­ger kann sich jeder Deut­sche frei in Frank­reich bewe­gen. Für die Dau­er von 3 Mona­ten ist dazu ledig­lich ein gül­ti­ger Per­so­nal­aus­weis bzw. Rei­se­pass mit­zu­füh­ren. Also kann man sich für die Pro­be­zeit ohne gro­ße Büro­kra­tie auf eine Beschäf­ti­gung ein­las­sen. Han­delt es sich um ein Arbeits­ver­hält­nis, dass län­ger als 3 Mona­te dau­ert, ist eine Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung zu bean­tra­gen. Dazu legt man bei der Aus­län­der­be­hör­de der Prä­fek­tur sei­nes Auf­ent­halts­or­tes bzw. der Gemein­de­ver­wal­tung den Arbeits­ver­trag vor. Auf jeden Fall kann eine Stel­le in Frank­reich ein mög­li­cher Weg aus der Arbeits­lo­sig­keit sein.