E-Mail-Marketing

6. Dezember 2016 | Wirtschaft
Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Ein Unternehmen, dessen Vermarktung auch über das Internet stattfindet, kommt nicht daran vorbei, E-Mails für die Vermarktung zu nutzen:

So wird die Kommunikation über E-Mails von über 70 % der Verbraucher bevorzugt. Darüber hinaus wird von den Verbrauchern, die mit E-Mails beworbene Artikel gekauft haben, ca. 140 % mehr ausgegeben, als von denjenigen, die keine Werbe-Mails erhalten haben. Doch so effizient das E-Mail-Marketing auch sein kann, sind bei der Umsetzung einige Punkte zu beachten:

Nicht jede Werbung per E-Mail ist erlaubt – auch wenn sich daraus Umsatz generieren lässt. Im Jahr 2009 hat der Bundesgerichtshof1 in seiner Entscheidung deutlich zum Ausdruck gebracht, dass bereits eine ohne Einwilligung zugesandte einzelne E-Mail mit Werbung nicht erlaubt ist. Liegt vorher keine ausdrückliche Einwilligung des Empfängers vor, so handelt es sich um eine unzumutbare Belästigung. Kommt es zum Konflikt, hat der Versender das Vorhandensein einer Einwilligung zu beweisen.

Außerdem muss sich die Werbung per E-Mail nach § 7 Abs.3 UWG auf eigene ähnliche Produkte beziehen, und die Einwilligung darf nach Ansicht des Landgerichts Berlin nicht länger als 2 Jahre zurückliegen2. Dagegen zieht das Landgericht München die Grenze bei 19 Monaten3. Nach Auffassung des Amtsgerichts Bonn verliert die Einwilligung erst nach 4 Jahren ihre Gültigkeit, wenn sie nicht genutzt wurde4. Werden aber regelmäßig E-Mails mit Werbung verschickt, die auf einer vor Jahren abgegebenen Einwilligung beruhen, wird diese nicht durch einen erheblichen Zeitablauf ungültig. So hat das Amtsgericht Hamburg im August diesen Jahres für eine 2010 abgegebene Einwilligung entschieden5. Fehlt es an einer Einwilligung, so darf nach einer Entscheidung des BGH auch keine automatische Antwort-E-Mail mit Werbung versehen werden6.

Werden alle rechtlichen Aspekte beachtet, kann das E-Mail-Marketing zu sehr guten Ergebnissen führen. So liegt für 1/5 der Vermarkter hier die wichtigste Einnahmequelle. Dreh- und Angelpunkt ist dabei eine Liste mit E-Mail-Abonnenten. Im Internet findet man z.B. bei Neilpatel eine ausführliche Beschreibung, wie eine solche Liste zu erstellen und dann zu nutzen ist. Jede Liste sollte danach begrenzt sein auf eine bestimmte Zielgruppe. Mit dieser Zielgruppe wird regelmäßig per E-Mail kommuniziert – entweder um für ein Produkt zu werben oder dem Kunden einen Mehrwert zu bieten.

E-Mails sind in keinster Weise mit der traditionellen Post zu vergleichen. Flyer im Briefkasten und Werbepost in Briefform steigern meist nur das Altpapieraufkommen. Selten kann eine derartige Werbung so gezielt eingesetzt werden, dass die Empfänger der Werbung mit den Bestandskunden und potentiellen Kunden eines Unternehmens übereinstimmen. Beim E-Mail-Marketing sieht das vollkommen anders aus: Durch eine speziell auf das Unternehmen ausgerichtete E-Mail-Liste bleibt die Werbung nicht ohne Wirkung. Dazu kommt, dass es allgemein ein Großteil der Kunden vorzieht, mit Firmen per E-Mail zu kommunizieren. Enthält die regelmäßige E-Mail dann noch einen Mehrwert für den Kunden bleibt das Unternehmen beim Empfänger positiv besetzt.

Zur Erstellung der Mailingliste ist anhand von bestimmten Kriterien genau zu erarbeiten, auf welche Zielgruppe diese Liste abgestimmt ist. Neben Alter, Geschlecht und Bildungsstand können auch Wohnort und Lebensstil Auswahlpunkte bei der Zielgruppe sein. Darüber hinaus sind alle Informationen wichtig: Welches Hobby wird ausgeübt, welches Urlaubsziel bevorzugt oder mit welchem Problem hat man sich auseinander zu setzen. Es ist also von besonderer Bedeutung, die Zielgruppe für das E-Mail-Marketing eines Unternehmens bis ins kleinste Detail genau zu kennen. Denn nur mit diesem Hintergrundwissen kann der Zielgruppe in den E-Mails auch das angeboten werden, was ihr gefällt.

  1. BGH, Urteil vom 2009 – I ZR 218/07
  2. LG Berlin, Urteil vom 02.07.2004 – 15 O 653/03
  3. LG München, Urteil vom 08.04.2010 – HK O 138/10
  4. AG Bonn, Urteil vom 10.05.2016 – 104 C 227/15
  5. AG Hamburg, Urteil vom 24.08.2016 – 9 C 106/16
  6. BGH, Urteil vom 1512.2015 – VI ZR 134/15

 
Weiterlesen auf der Außenwirtschaftslupe

Weiterlesen auf der Außenwirtschaftslupe:

Themenseiten zu diesem Artikel: ,
Weitere Beiträge aus diesem Rechtsgebiet: Wirtschaft

 

Zum Seitenanfang