Länderüberschreitende Audits zur Zertifizierung

28. Dezember 2016 | Wirtschaft
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Die Bestätigung durch eine neutrale Stelle oder durch gegenseitige Audits, das sich ein Unternehmen an bestimmte Standards und Vorgaben hält, ist in der globalen Wirtschaft ein zuverlässiges Instrument, mit dessen Hilfe einerseits die Prozesskette in Gang gehalten wird, das aber auch andrerseits eine Legitimation gegenüber dem Endverbraucher darstellen kann.

Im Inland ein zertifiziertes Partnerunternehmen von Zeit zu Zeit auf die Einhaltung der Vorgaben hin zu überprüfen, ist vor allem dann einfach, wenn dessen Verfahren und eventuelle Beschaffungsmaßnahmen, etwa Rohstoffeinkauf, gleichermaßen im Inland erfolgen.

Wesentlich schwieriger wird es, wenn sich das Partnerunternehmen im Ausland befindet, wobei die Schweiz oder Österreich aufgrund der überwiegenden Gleichsprachigkeit und der kulturellen Verwandtschaft Ausnahmen bilden. Gerade die Sprache ist bei tiefer gehenden Audits im Rahmen der ISO 9000 ff nicht selten ein Problem. Sicherlich sprechen die örtlichen Führungskräfte in der Regel Englisch, allerdings kann sich dass auf einer tieferen Beschäftigungsebene ändern. Ein gründliches Audit bedeutet jedoch den umfassenden Einstieg in die verschiedenen Prozesse und ebenso die Prüfung der Mitarbeiter, ob diese den Gedanken der Zertifizierung verstanden haben. Nicht selten, das kann auch Unternehmen im Inland betreffen, wird das Qualitätsmanagement zur reinen Chefsache erklärt und nicht hinreichend auf allen personellen Ebenen verinnerlicht. Wenn dann noch sprachliche Barrieren auftreten, die es nicht ermöglichen, einen Mitarbeiter auf seine Tätigkeit hin zu befragen, kann das Audit unbefriedigend sein. In der Regel stehen in solchen Fällen meist englischsprachige Mitarbeiter des auditierten Unternehmens zur Seite, um Dolmetscherdienste zu leisten. Wobei das nicht unbedingt immer die perfekte Lösung ist, da einerseits komplexe Arbeitsgänge durch fehlende Fachkenntnis des Dolmetschers nicht hinreichend erklärt werden und andrerseits die Übersetzung abgefälscht sein kann, um Schwächen oder Mängel zu überdecken. Dagegen ist im Grunde nicht viel zu machen, es sei denn die jeweilige Auditorengruppe beschäftigt einen eigenen Dolmetscher, aber auch dann muss dies nicht heißen, das dieser die Erklärungen der Mitarbeiter richtig übersetzt.

Dieses Problem haben im Übrigen nicht allein deutsche Unternehmen, die im Ausland ein Partneraudit durchführen. Umgekehrt geht es ausländischen Unternehmen ähnlich.

Normalerweise sind jedoch Prozesse, die den Anforderungen beispielsweise nach ISO 9001 entsprechen, weitestgehend auch ohne Kenntnis der Landessprache erkennbar, da sie auf einer dem jeweiligen Verfahren erkennbaren Logik aufbauen. Aufgrund vieler europäischer oder internationaler Standards, die weltweit Gültigkeit besitzen und an denen sich Auditoren orientieren können, sind auch Abweichungen schnell erkennbar, beispielsweise in der Lagerung und Handhabung von Gefahrstoffen.

Im Idealfall wird das Zertifizierungsaudit wie auch die Prüfungen zur Rezertifizierung von externen Unternehmen wie bmTRada.de durchgeführt, die über weltweite Dependancen verfügen. Dann klappt es meist auch mit der Sprache.

 
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