Risikooptimierung bei Auslandsexpansion

19. April 2017 | Wirtschaft
Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Nach Berechnungen des ifo-Instituts 2016 ist Deutschland Exportweltmeisterund gleich mehrere Studien beweisen, dass eine Internationalisierung das Geschäft ankurbelt. Denn der Außenhandel mit Waren und Dienstleistungen ist die älteste und immer noch bedeutsamste Form der internationalen Arbeitsteilung.

Dennoch beschränken sich viele deutsche Unternehmen auf den Markt im Inland, weil sie zum Beispiel die Risiken scheuen. Falsch übersetze Vertragsklauseln, Fehlende Absicherung oder interkulturelle Probleme: Tatsächlich gibt es bei einer Auslandsexpansion zahlreiche Risikofaktoren, die es zu beachten gilt. Wir haben für Sie unsere essentiellen Tipps gesammelt, wie Sie Fehler vermeiden und Risiken minimieren.

1. Rechtliche Regulierungen bei der Auslandsexpansion beachten[↑]

Ob als Importeur oder Exporteur: Bei Verträgen mit Partnern im Ausland gibt es zahlreiche rechtliche Besonderheiten zu beachten. Deshalb sollte kein Firmenchef auf die Beratung durch einen Rechtsanwalt verzichten, der sich auf das jeweilige Land spezialisiert hat. Beispielsweise Fragen rund um Nachbesserung und Gewährleistungsansprüche sollten im Vorfeld geklärt werden, um die Informationen bei der Vertragsgestaltung berücksichtigen zu können. Informationen über aktuelle Lieferbedingungen, Zollbestimmungen sowie relevante juristische Rahmenbedingungen können Unternehmer bei der Außenhandelskammer des jeweiligen Landes der Vertragspartner oder bei der Industrie- und Handelskammer einholen.

2. Sicheren Warentransport ins Ausland gewährleisten[↑]

Ob per Schiff, LKW, Güterzug oder Flugzeug: Damit Ihre Ware unbeschädigt ihr Ziel erreicht, sollten Sie besonderen Wert auf sorgfältigen Warentransport und Versand legen. Wenden Sie sich dafür unbedingt an einen verlässlichen Experten für internationale Spedition. Außerdem ist unbedingt zu beachten, dass jedes Unternehmen, das Waren beim Zoll anmeldet, eine EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification number) als Voraussetzung für den Transport in oder aus einem Drittland benötigt. Diese ist je nach Warenwert auf der Handelsrechnung oder der elektronischen Ausfuhranmeldung anzugeben. Besonderen Wert sollten Sie darüber hinaus auf eine stabile Verpackung Ihrer Waren legen. Indem Sie diese als Werbeträger nutzen, profitiert ihr Unternehmen davon, dass Ihre Ware einen weiten Weg zurücklegt. Lassen Sie sich beispielsweise ein Klebeband mit Logo drucken, das ihre corporate identity im Ausland bekannt macht.

3. Landesspezifische Besonderheiten ausloten[↑]

Wer in neue Märkte im Ausland einsteigen will, muss sich vorab einen Überblick über die Gepflogenheiten im Geschäftsverkehr des Landes verschaffen. Denn grundsätzlich heißt es: „Auf fremde Märkte eingehen oder auf fremden Märkten eingehen“. Das gilt auch für das zwischenmenschliche Verhalten, beispielsweise bei Meetings. Nur so können Sie vermeiden, dass Sie in das interkulturelle Fettnäpfchen treten. Setzen Sie dabei auf Experten, die das Land Ihres Vertragspartners wirtschaftlich und kulturell genau kennen und fragen Sie nach Do‘s und Don‘ts in geschäftlichen Beziehungen. Hierbei kann ein Trainer für interkulturelle Kompetenz nützlich sein. Beachten Sie unbedingt auch wirtschaftliche Besonderheiten. Jede Region hat andere Vorlieben, etwa was Produktionsabläufe oder Bezahlverfahren betreffen.

4. Währungsrisiko beachten[↑]

Zusätzlich zu dem jeweiligen Länder- und Bonitätsrisiko sollten Unternehmer unbedingt das Devisenrisiko beachten. Das Devisenkursrisiko umfasst drohende Ertragseinbußen und Vermögensminderungen aufgrund von Veränderungen des Wechselkurses für Zahlungsströme in Fremdwährung ohne fristkongruente Gegengeschäfte und Bestände, die – bedingt durch veränderte Wechselkurse – am Bewertungsstichtag niedriger zu bewerten sind. Die Gefahr eines Verlustes durch das Währungsrisiko darf keinesfalls unterschätzt werden. In China beispielsweise wurde seit Sommer 2015 der Renminbi Yuan gegenüber dem US-Dollar stark abgewertet. In der Folge verkürzten deutsche Unternehmen ihre Zahlungsziele. Beachten Sie bei einer Auslandsexpansion alle Risikopotenziale.

Wir hoffen, unsere Tipps zur strategischen und operativen Planung des Auslandsgeschäftes konnten Ihnen weiterhelfen, und wünschen viel Erfolg bei der Expansion Ihres Unternehmens ins Ausland!

 
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