Auto­ma­ti­scher Infor­ma­ti­ons­aus­tausch in Steu­er­sa­chen mit den USA

Der Deut­schen Bun­des­tag berät aktu­ell über das Zustim­mungs­ge­setz zum „Abkom­men vom 31. Mai 2013 zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka zur För­de­rung der Steu­er­ehr­lich­keit bei inter­na­tio­na­len Sach­ver­hal­ten und hin­sicht­lich der als Gesetz über die Steu­er­ehr­lich­keit bezüg­lich Aus­lands­kon­ten bekann­ten US-ame­ri­ka­ni­schen Infor­ma­ti­ons- und Mel­de­be­stim­mun­gen“. Der gegen­sei­ti­ge Aus­tausch von Steu­er­da­ten war bereits 2006 mit einem Ände­rungs­pro­to­koll zum Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men von 1989 ver­ein­bart wor­den. Mit dem vor­lie­gen­den Abkom­men soll die­ser Infor­ma­ti­ons­aus­tausch nun noch­mals aus­ge­baut wer­den.

Auto­ma­ti­scher Infor­ma­ti­ons­aus­tausch in Steu­er­sa­chen mit den USA

Das neue Abkom­men soll dar­über auch die zwi­schen­staat­li­che Umset­zung des US-ame­ri­ka­ni­schen For­eign Account Tax Com­pli­an­ce Act (FATCA) für Kon­ten von ame­ri­ka­ni­schen Bür­gern oder Unter­neh­men bei deut­schen Ban­ken sicher­stel­len. Mit dem FATCA sol­len auch nicht­ame­ri­ka­ni­sche Ban­ken in die Bekämp­fung der Steu­er­hin­ter­zie­hung ein­be­zo­gen, indem ihnen bestimm­ten Infor­ma­ti­ons- und Mel­de­pflich­ten gegen­über der US-Steu­er­be­hör­de für Kon­ten auf­er­legt wer­den, deren Inha­ber in den USA steu­er­pflich­tig sind. Erfül­len die aus­län­di­schen Ban­ken die­se FATCA-Mel­de­pflich­ten nicht, so wird auf die Erträ­ge aus ame­ri­ka­ni­schen Quel­len eine beson­de­re Quel­len­steu­er in Höhe von 30% erho­ben, die nur über auf­wän­di­ge Ver­fah­ren wie­der erstat­tungs­fä­hig ist.

Durch das Abkom­men ver­pflich­tet sich die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, von den in ihrem Gebiet ansäs­si­gen Finanz­in­sti­tu­ten Infor­ma­tio­nen über Kon­ten zu erhe­ben, die sie für in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka steu­er­pflich­ti­ge Per­so­nen füh­ren und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka auto­ma­tisch zur Ver­fü­gung zu stel­len. Es han­delt sich hier­bei ins­be­son­de­re um die Mit­tei­lung von Jah­res­end­sal­den der Kon­ten und gut­ge­schrie­be­nen Kapi­tal­erträ­gen, ein­schließ­lich Ein­lö­sungs­be­trä­gen und Ver­äu­ße­rungs­er­lö­sen.

Bei den Über­prü­fungs­ver­fah­ren besteht für Kon­ten natür­li­cher Per­so­nen eine Gering­fü­gig­keits­gren­ze von 50.000 US-$ bezie­hungs­wei­se 250.000 US-$ für bestehen­de rück­kaufs­fä­hi­gen Ver­si­che­rungs- oder Ren­ten­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge. Im Gegen­zug ver­pflich­ten sich die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka gegen­über der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, Infor­ma­tio­nen über Zins- und Divi­den­den­ein­künf­te zur Ver­fü­gung zu stel­len, die die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka von den in ihrem Gebiet ansäs­si­gen Finanz­in­sti­tu­ten über in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ansäs­si­ge natür­li­che Per­so­nen erhal­ten, und sich dar­über hin­aus für einen gleich­wer­ti­gen Infor­ma­ti­ons­aus­tausch ein­zu­set­zen.

Mit dem Abkom­men wer­den die deut­schen Finanz­in­sti­tu­te von ihrer nach dem Gesetz der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka über die Steu­er­ehr­lich­keit bezüg­lich Aus­lands­kon­ten bestehen­den Pflicht aus­ge­nom­men, mit den Steu­er­be­hör­den der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka Ver­ein­ba­run­gen abschlie­ßen zu müs­sen, um die dort vor­ge­se­he­nen Quel­len­steu­er­ein­be­hal­te zu ver­mei­den.

Auf der Grund­la­ge der Abkom­mens­re­ge­lun­gen beab­sich­ti­gen bei­de Ver­trags­par­tei­en, sich mit ande­ren Part­nern, ins­be­son­de­re mit der Orga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung und der Euro­päi­schen Uni­on, dafür ein­zu­set­zen, die Stan­dards der zwi­schen­staat­li­chen Zusam­men­ar­beit zur Bekämp­fung der Steu­er­hin­ter­zie­hung zu einem glo­ba­len Sys­tem wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.