Bewa­chungs­un­ter­neh­men auf Seeschiffen

In eini­gen Welt­re­gio­nen ist die Gefahr von Pira­ten­an­grif­fen für See­schif­fe und deren Besat­zung erheb­lich. Pira­ten ver­fü­gen in zuneh­men­dem Maße über hoch­mo­der­ne Tech­no­lo­gie und Waf­fen und bedro­hen damit das Leben der See­leu­te und frem­des Eigen­tum. Deutsch­land ist mit sei­ner welt­weit dritt­größ­ten Han­dels­flot­te in beson­de­rem Maße auf die Sicher­heit des Waren­ver­kehrs ange­wie­sen, der zu über 90 Pro­zent auf den Welt­mee­ren abge­wi­ckelt wird.

Bewa­chungs­un­ter­neh­men auf Seeschiffen

Das kann, soweit die Bewa­chung durch bewaff­ne­tes Per­so­nal erfolgt, in Deutsch­land natür­lich nicht ohne staat­li­che Regle­men­tie­rung ablau­fen und so tritt für die Schiffs­be­wa­chung ab dem 1. Dezem­ber 2013 eine Zulas­sungs­pflicht in Kraft. Die­se Zulas­sungs­pflicht betrifft sowohl

  • in Deutsch­land nie­der­ge­las­se­ne Bewa­chungs­un­ter­neh­men wie auch 
  • im Aus­land nie­der­ge­las­se­ne Sicher­heits­dienst­leis­ter, wenn die­se auf See­schif­fen unter deut­scher Flag­ge Bewa­chungs­auf­ga­ben durch­füh­ren wollen.

Die zugrun­de lie­gen­de See­schiff­be­wa­chungs­ver­ord­nung ist zwi­schen­zeit­lich im Bun­des­ge­setz­blatt [1] ver­öf­fent­licht wor­den und in Kraft getre­ten. Bereits zuvor sind die not­wen­di­gen gesetz­li­chen Ände­run­gen in der Gewer­beor­dung und im Waf­fen­ge­setz voll­zo­gen wor­den. Die Durch­füh­rungs­ver­ord­nung des BAFA in Kraft tre­ten, die wei­te­re Ein­zel­hei­ten des Zulas­sungs­ver­fah­rens beim Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA) regelt, wird auch kurz­fris­tig in Kraft treten

Das BAFA hat jetzt damit begon­nen, die Zulas­sungs­an­trä­ge von pri­va­ten Bewa­chungs­un­ter­neh­men ent­ge­gen zu neh­men, die die Besat­zung und Ladung auf See­schif­fen in inter­na­tio­na­len Gewäs­sern gegen Angrif­fe von Pira­ten schüt­zen sollen.

Das BAFA fun­giert für die betrof­fe­nen Unter­neh­men als „sin­gle win­dow“, d.h. die Behör­de beglei­tet die Unter­neh­men als zen­tra­ler Ansprech­part­ner in allen Fra­gen zum Zulassungsverfahren.

Das Zulas­sungs­ver­fah­ren ist weit­ge­hend elek­tro­nisch ausgestaltet. 

  1. BGBl. I 2013, S. 1562[]