Das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine

Sowohl das Euro­päi­sche Par­la­ment als auch das Par­la­ment der Ukrai­ne haben das Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men zwi­schen der EU und der Ukrai­ne rati­fi­ziert.

Das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine

Nach Anga­ben des Euro­päi­schen Par­la­ments haben die Abge­ord­ne­ten das Abkom­men am 16. Sep­tem­ber 2014 mit 535 Stim­men ange­nom­men, bei 127 Gegen­stim­men und 35 Ent­hal­tun­gen. Der Prä­si­dent des Euro­päi­schen Par­la­ments rati­fi­zier­te das Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men unmit­tel­bar nach der Abstim­mung. Gleich­zei­tig fand die Rati­fi­zie­rung in der Ukrai­ne statt. Bei­de Par­la­men­te waren durch einen Video-Link mit­ein­an­der ver­bun­den.

In dem Ver­trag „Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men EU-Ukrai­ne, mit Aus­nah­me der Behand­lung von Dritt­staats­an­ge­hö­ri­gen, die als Arbeit­neh­mer im Hoheits­ge­biet der ande­ren Ver­trags­par­tei legal beschäf­tigt sind” ist eine poli­ti­sche Asso­zia­ti­on sowie frei­er Han­del vor­ge­se­hen. Die poli­ti­schen Bestim­mun­gen sor­gen für eine Annä­he­rung der Ukrai­ne an die EU, indem sie neue Foren für den poli­ti­schen Dia­log öff­nen und Grund­re­geln für die Zusam­men­ar­beit in Berei­chen wie Ener­gie, Ver­kehr und Bil­dung fest­le­gen. Es ver­langt von der Ukrai­ne die Umset­zung von Refor­men und die Ach­tung demo­kra­ti­scher Grund­sät­ze, der Men­schen­rech­te und des Rechts­staats­prin­zips.

Wei­ter­hin führt das Abkom­men zu grö­ße­rer Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit und schafft Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­füh­rung einer Rege­lung für vis­um­frei­es Rei­sen und die Annä­he­rung der Rechts­sys­te­me durch detail­lier­te Zeit­plä­ne für die Ukrai­ne zur Umset­zung von Tei­len des EU-acquis in natio­na­les Recht.

Das ver­tief­te und umfas­sen­de Frei­han­dels­ab­kom­men soll zu einer star­ken Inte­gra­ti­on bei­der Märk­te füh­ren, indem Import­zöl­le und ande­re Han­dels­schran­ken abge­schafft wer­den. In beson­ders sen­si­blen Berei­chen wird es jedoch Ein­schrän­kun­gen und Über­gangs­fris­ten geben, wie zum Bei­spiel beim Han­del mit land­wirt­schaft­li­chen Erzeug­nis­sen. Auch die Inte­gra­ti­on der Märk­te für öffent­li­che Auf­trä­ge ist ein­ge­schlos­sen

Die Han­dels­be­stim­mun­gen soll­ten ursprüng­lich am 1. Novem­ber 2014 in Kraft tre­ten, aber ver­gan­ge­ne Woche, am 12. Sep­tem­ber, haben die Ukrai­ne und Russ­land sich dar­auf geei­nigt, die­ses pro­vi­so­ri­sche Inkraft­tre­ten auf den 31. Dezem­ber 2015 zu ver­schie­ben.

Um end­gül­tig in Kraft zu tre­ten, muss das Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men noch durch die 28 EU-Mit­glied­staa­ten rati­fi­ziert wer­den. Bis­her ist dies in sechs EU-Län­dern gesche­hen. Nach der Abstim­mung im Euro­päi­schen Par­la­ment und dem Par­la­ment der Ukrai­ne wird das Abkom­men erst ein­mal pro­vi­so­risch gel­ten, wobei das Datum noch vom Rat bestä­tigt wer­den muss.

Die EU-Kom­mis­si­on will wei­ter­hin die „auto­no­men Han­dels­prä­fe­ren­zen” bezüg­lich der Ukrai­ne anwen­den, mit denen der EU-Markt ein­sei­tig für die Ukrai­ne geöff­net wird.

Euro­päi­sches Par­la­ment, Mit­tei­lung vom 16. Sep­tem­ber 2014