Das UN-Kaufrecht und der gewöhnliche Gebrauch einer Sache

Um den Anfor­de­run­gen an den gewöhn­li­chen Gebrauch im Sin­ne von Art. 35 Abs. 2 Buchst. a CISG gerecht zu wer­den, muss sich eine gelie­fer­te Ware für die­je­ni­gen Ver­wen­dungs­mög­lich­kei­ten eig­nen, die nach ihrer stoff­li­chen und tech­ni­schen Aus­le­gung und der hier­an anknüp­fen­den Ver­kehrs­er­war­tung nahe lie­gen. Blei­ben die tat­säch­lich vor­han­de­nen Ver­wen­dungs­mög­lich­kei­ten dahin­ter zurück, fehlt der Ware die Eig­nung zum gewöhn­li­chen Gebrauch, sofern der Ver­käu­fer die bestehen­de Ein­schrän­kung nicht deut­lich macht.

Das UN-Kaufrecht und der gewöhnliche Gebrauch einer Sache

Die im UN-Kauf­rechts­über­ein­kom­men nicht aus­drück­lich gere­gel­te Fra­ge, wie Fall­ge­stal­tun­gen zu behan­deln sind, in denen die Ver­trags­par­tei­en zum ent­stan­de­nen Scha­den unab­hän­gig von­ein­an­der durch jeweils eigen­stän­di­ge Pflicht­ver­let­zun­gen bei­getra­gen haben, ist gemäß Art. 7 Abs. 2 CISG durch Rück­griff auf die den Art. 77 und 80 CISG zugrun­de lie­gen­den all­ge­mei­nen Grund­sät­ze dahin zu ent­schei­den, dass bei teil­ba­ren Rechts­be­hel­fen wie dem Scha­dens­er­satz die jewei­li­gen Ver­ur­sa­chungs­bei­trä­ge bei der Scha­dens­ver­tei­lung ange­mes­sen zu berück­sich­ti­gen sind.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 26. Sep­tem­ber 2012 — VIII ZR 10011