Deutsches IPR — und der Schadensersatzanspruch

Nach Art. 40 Abs. 1 Satz 1 EGBGB unter­lie­gen Ansprü­che aus uner­laub­ter Hand­lung dem Recht des Staa­tes, in dem der Ersatz­pflich­ti­ge gehan­delt hat.

Deutsches IPR — und der Schadensersatzanspruch

Der Begriff der uner­laub­ten Hand­lung des deut­schen inter­na­tio­na­len Pri­vat­rechts ist wei­ter als sei­ne mate­ri­ell­recht­li­che Ent­spre­chung in den §§ 823 ff. BGB. Er erfasst das gesam­te Feld der außer­ver­trag­li­chen Scha­dens­haf­tung1.

Dar­un­ter fal­len als Ansprü­che aus einem gesetz­li­chen Schuld­ver­hält­nis auch im Innen­ver­hält­nis der Teil­ha­ber von Gemein­schaf­ten gel­tend gemach­te Scha­dens­er­satz­an­sprü­che wegen der Ver­let­zung von Rech­ten und Pflich­ten aus den §§ 742 ff. BGB2. Die­se Ansprü­che kön­nen auf § 280 BGB gestützt wer­den3.

Das anwend­ba­re Recht ergibt sich aus den Bestim­mun­gen des Ein­füh­rungs­ge­set­zes zum Bür­ger­li­chen Gesetz­buch über außer­ver­trag­li­che Schuld­ver­hält­nis­se (Art. 38 ff. EGBGB) und nicht aus der Ver­ord­nung (EG) Nr. 8642007 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 11.07.2007 über das auf außer­ver­trag­li­che Schuld­ver­hält­nis­se anzu­wen­den­de Recht (Rom-II-VO), wenn die Zeit der Hand­lun­gen vor dem für die Anwen­dung der Rom-IIVer­ord­nung maß­geb­li­chen Stich­tag, dem 11.01.2009 (Art. 32 Rom-II-VO), liegt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. Sep­tem­ber 2016 — X ZR 16312

  1. vgl. BT-Drs. 14343, S. 11; Wurm­nest in Herberger/​Martinek/​Rüßmann u.a., juris­PK-BGB, 7. Aufl.2014, Art. 40 EGBGB Rn. 8 []
  2. vgl. Palandt/​Sprau, BGB, 75. Aufl., § 741 Rn. 9 []
  3. BGH, Urteil vom 25.10.2012 — I ZR 16211, GRUR 2013, 717 Rn. 52 Cover­mount; Palandt/​Grüneberg aaO § 280 Rn. 9 []