Die amerikanische “S‑Corporation” und das deutsche Schachtelprivileg

Für die Beur­tei­lung, ob eine “Gesell­schaft” i.S. des Art. 3 Abs. 1 Buchst. e DBA-USA 1989 vor­liegt, ist die Rechts­ord­nung des Quel­len­staa­tes maß­geb­lich. Die Aus­übung des steu­er­li­chen Wahl­rechts, in den USA als sog. S‑Corporation nicht mit der dor­ti­gen Cor­po­ra­te Tax besteu­ert zu wer­den, ändert aus deut­scher Sicht nichts an der Ein­ord­nung als juris­ti­sche Per­son.

Die amerikanische “S‑Corporation” und das deutsche Schachtelprivileg

Wer Nut­zungs­be­rech­tig­ter i.S. des Art. 10 Abs. 2 DBA-USA 1989 i.V.m. Nr. 10 des dazu ergan­ge­nen Pro­to­kolls vom 29. August 1989 ist, bestimmt sich nach dem natio­na­len Steu­er­recht des Ansäs­sig­keits­staa­tes der aus­schüt­ten­den Kapi­tal­ge­sell­schaft. Bei der Aus­schüt­tung einer deut­schen Kapi­tal­ge­sell­schaft an eine sog. S‑Corporation ist aus deut­scher Sicht die S‑Corporation als mit der Divi­den­de beschränkt Kör­per­schaft­steu­er­pflich­ti­ge die Nut­zungs­be­rech­tig­te der Divi­den­de.

Eine sog. S‑Corporation, wel­che in den USA infol­ge der Aus­übung des steu­er­li­chen Wahl­rechts wie eine Per­so­nen­ge­sell­schaft behan­delt wird, ist nach Art. 4 Abs. 1 Buchst. b DBA-USA 1989 inso­weit eine in den USA ansäs­si­ge und damit abkom­mens­be­rech­tig­te Per­son, als die von der Gesell­schaft bezo­ge­nen Ein­künf­te in den USA bei der Gesell­schaft oder bei ihren in den USA ansäs­si­gen Gesell­schaf­tern wie Ein­künf­te dort Ansäs­si­ger besteu­ert wer­den.

Der sog. S‑Corporation ist infol­ge ihrer Qua­li­fi­zie­rung als juris­ti­sche Per­son in Deutsch­land das sog. Schach­tel­pri­vi­leg nach Art. 10 Abs. 2 Satz 1 Buchst. a DBA-USA 1989 zu gewäh­ren.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 20. August 2008 — I R 3907