EMCS vor dem Start

Spä­tes­tens ab dem 1. April 2010 dürf­te die „Ver­ord­nung (EG) Nr. 6842009 der Kom­mis­si­on zur Durch­füh­rung der Richt­li­nie 2008/​118/​EG des Rates1 in Bezug auf die EDV-gestütz­ten Ver­fah­ren für die Beför­de­rung ver­brauch­steu­er­pflich­ti­ger Waren unter Steu­er­aus­set­zung„2 für vie­le deut­sche Unter­neh­men, die ver­brauch­steu­er­pflich­ti­ge Waren aus ande­ren EU-Län­dern bezie­hen, ein The­ma sein. Die Ver­ord­nung, mit der das EDV-gestütz­te Beför­de­rungs- und Kon­troll­sys­tem (EMCS — Exci­se Move­ment and Con­trol Sys­tem) EU-weit ein­ge­führt wird, ist, mit Aus­nah­me des Arti­kels 6, der ab dem 1. Janu­ar 2012 gilt, mit Wir­kung vom 1. April 2010 anzu­wen­den.

EMCS vor dem Start

Die Ver­ord­nung betrifft ver­brauch­steu­er­pflich­ti­ge Waren wie Mine­ral­öl, Tabak­wa­ren, alko­ho­li­sche Geträn­ke sowie Lebens­mit­tel, die mit Alko­hol her­ge­stellt und unver­steu­ert durch Deutsch­land oder die Euro­päi­sche Uni­on trans­por­tiert wer­den. Das neue Sys­tem über­wacht und kon­trol­liert die Beför­de­rung und ersetzt das bis­he­ri­ge „Beglei­ten­de Ver­wal­tungs­do­ku­ment” (bVD) durch das „elek­tro­ni­sche Ver­wal­tungs­do­ku­ment” (e‑VD).

Die bis­he­ri­ge Ver­ord­nung (EWG) Nr. 271992 der Kom­mis­si­on vom 11. Sep­tem­ber 1992 zum beglei­ten­den Ver­wal­tungs­do­ku­ment bei der Beför­de­rung ver­brauch­steu­er­pflich­ti­ger Waren unter Steu­er­aus­set­zung3 wird mit Wir­kung vom 1. April 2010 auf­ge­ho­ben. Sie fin­det jedoch für Beför­de­run­gen von ver­brauch­steu­er­pflich­ti­gen Waren unter Steu­er­aus­set­zung, die mit beglei­ten­dem Ver­wal­tungs­do­ku­ment (BVD) begon­nen wur­den, wei­ter­hin Anwen­dung.

Die neue Ver­ord­nung (EG) Nr. 6842009 regelt

  • die Struk­tur und den Inhalt der elek­tro­ni­schen Mel­dun­gen, die für die Zwe­cke der Beför­de­rung ver­brauch­steu­er­pflich­ti­ger Waren unter Steu­er­aus­set­zung nach der Richt­li­nie 2008/​118/​EG im Rah­men des EDV-gestütz­ten Beför­de­rungs- und Kon­troll­sys­tems (EMCS) aus­zu­tau­schen sind;
  • die Vor­schrif­ten und Ver­fah­ren, die beim Aus­tausch von Mel­dun­gen nach Buch­sta­be a zu befol­gen sind;
  • die Struk­tur der Papier­do­ku­men­te für das Aus­fall­ver­fah­ren nach den Arti­keln 26 und 27 der Richt­li­nie 2008/​118/​EG.

Deutsch­land sieht für die Umset­zung des EMCS eine Über­gangs­frist bis Ende 2010 vor. Neun EU-Mit­glieds­staa­ten ver­pflich­ten ihre Wirt­schafts­be­tei­lig­ten aller­dings bereits ab dem 1. April 2010 dazu, Beför­de­rungs­vor­gän­ge unter Steu­er­aus­set­zung in EMCS zu eröff­nen und zu been­den. Bezieht ein Unter­neh­men aus Deutsch­land von einem Her­stel­ler aus einem die­ser Län­der Waren, muss es daher in der Lage sein, den Vor­gang über EMCS abzu­wi­ckeln, denn jedes Ver­fah­ren, das elek­tro­nisch im EMCS eröff­net wur­de, kann auch nur elek­tro­nisch über EMCS been­det wer­den. Ist der Emp­fän­ger nicht in der Lage, das Ver­fah­ren elek­tro­nisch, also über EMCS abzu­wi­ckeln, ist eine Lie­fe­rung unter Steu­er­aus­set­zung aus die­sen neun EU-Staa­ten ab de 1. April 2010 nicht mehr mög­lich. Betrof­fe­ne deut­sche Unter­neh­men soll­ten sich des­halb umge­hend für EMCS regis­trie­ren.

  1. ABl. L 9 vom 14. Janu­ar 2009, S. 12 []
  2. ABl. L 197 vom 29. Juli 2009, S. 24 []
  3. ABl. L 276 vom 19. Sep­tem­ber 1992, S. 1 []