Kündigung des DBA-Brasilien

Die Bun­des­re­gie­rung hat jetzt in einer Ant­wort auf eine Klei­ne Anfra­ge im Deut­schen Bun­des­tag zu den Aus­wir­kun­gen der Kün­di­gung des Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­mens mit Bra­si­li­en geäu­ßert. Danach haben sich zwar ein­zel­ne Ver­tre­ter deut­scher Unter­neh­men in Bra­si­li­en kri­tisch zur Kün­di­gung des Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­mens (DBA) durch Deutsch­land geäu­ßert, aber, die Kün­di­gung vom 7. April 2005 habe, so die Bun­des­re­gie­rung, den Wirt­schafts­ver­kehr zwi­schen bei­den Län­dern nicht wesent­lich gestört.

Kündigung des DBA-Brasilien

Die bra­si­lia­ni­sche Steu­er­po­li­tik “unter Nicht­an­er­ken­nung inter­na­tio­na­ler DBA-Stan­dards” dürf­te nach Ein­schät­zung der Bun­des­re­gie­rung zu nega­ti­ven Wir­kun­gen für den Stand­ort Bra­si­li­en füh­ren und dor­ti­ge Inves­ti­tio­nen unren­ta­bel gestal­ten. Fach­kräf­te, die aus Bun­des­mit­teln für Leis­tun­gen im Rah­men der Tech­ni­schen Zusam­men­ar­beit mit Bra­si­li­en bezahlt wer­den, sei­en auch künf­tig wäh­rend ihres offi­zi­el­len Auf­ent­halts in dem Land von der Steu­er befreit, heißt es in der Ant­wort. Wenn das Rah­men­ab­kom­men über die Tech­ni­sche Zusam­men­ar­beit nicht anwend­bar ist und die betrof­fe­nen Per­so­nen aus deut­schen öffent­li­chen Kas­sen bezahlt wer­den, dann sind die­se nach Aus­lau­fen des Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­mens in Deutsch­land in der Regel beschränkt, in Bra­si­li­en dage­gen unbe­schränkt steu­er­pflich­tig. Bra­si­li­en rech­ne als Wohn­sitz­staat die in Deutsch­land gezahl­ten Steu­ern an.

Die DBA-Kün­di­gung habe auch zur Fol­ge, dass das zur Ver­mitt­lung deut­scher Kul­tur ent­sand­te Per­so­nal” seit Anfang 2006 auch in Bra­si­li­en steu­er­pflich­tig ist, heißt es in der Ant­wort. Bra­si­li­en rech­ne jedoch die in Deutsch­land gezahl­te auf die in Bra­si­li­en zu zah­len­de Steu­er an. Ver­su­che, die dop­pel­te Steu­er­pflicht durch eine sepa­ra­te Ver­ein­ba­rung mit Bra­si­li­en zu ver­hin­dern, sei­en bis­lang fehl­ge­schla­gen. Bei den deut­schen Aus­lands­schu­len mil­de­re eine Här­te­fall­re­ge­lung noch bis zum Jah­res­en­de die gröbs­ten Nach­tei­le für das Per­so­nal ab. Das Goe­the-Insti­tut habe eine sol­che Rege­lung bis­lang nicht getrof­fen.

Wie die Regie­rung wei­ter mit­teilt, schreibt das bra­si­lia­ni­sche Steu­er­recht in bestimm­ten Fäl­len fes­te Gewinn­mar­gen in Ver­rech­nungs­preis­fäl­len vor, was dem Fremd­ver­gleichs­grund­satz des DBA wider­spro­chen habe. Ende der 90er-Jah­re sei ein Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­ren dazu geschei­tert. Mit Argen­ti­ni­en, Chi­na und Indi­en gebe es ver­gleich­ba­re Dif­fe­ren­zen nicht. Deutsch­land erwar­te nun ein Signal Bra­si­li­ens zu “sub­stan­zi­el­len Ver­hand­lun­gen”. Dabei wer­de das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um ein moder­nes, aus­ge­wo­ge­nes Abkom­men anstre­ben, heißt es.