Kran­ken­ver­si­che­rung im Aus­land

Ein aus­rei­chen­der Kran­ken­ver­si­che­rungs­schutz ist ange­sichts der mög­li­chen finan­zi­el­len Belas­tun­gen durch einen Krank­heits­fall vor allem im Aus­land wich­ti­ger denn je. Seit dem 1. Janu­ar 2009 gilt in Deutsch­land die all­ge­mei­ne Kran­ken­ver­si­che­rungs­pflicht. Nach SGB V muss sich dem­nach auch jede in Deutsch­land leben­de oder sich auf­hal­ten­de Per­son in einer gesetz­li­chen oder pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung ver­si­chern. Doch auch wer sich als Bun­des­bür­ger für einen län­ge­ren Zeit­raum über die Lan­des­gren­zen hin­weg begibt, soll­te Fra­gen zur Kran­ken­ver­si­che­rung geklärt haben.

Kran­ken­ver­si­che­rung im Aus­land

Gesetz­li­cher Kran­ken­ver­si­che­rungs­schutz inner­halb der EU

Für Aus­lands­auf­ent­hal­te von Bür­gern aus den Mit­glied­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on, des Euro­päi­schen Wirt­schafts­rau­mes (Island, Liech­ten­stein, Nor­we­gen Schweiz) sowie aus Staa­ten, die mit Deutsch­land ein Sozi­al­ver­si­che­rungs­ab­kom­men (z.B. Tür­kei, Tune­si­en) geschlos­sen haben, gilt:

Bei bestehen­dem Kran­ken­ver­si­che­rungs­schutz in der Hei­mat kön­nen medi­zi­ni­sche Leis­tun­gen auch im EU-Aus­land in Anspruch genom­men und deren Kos­ten mit der Hei­mat­kas­se abge­rech­net wer­den (§13 Abs. 4-6 SGB V). Vor­aus­set­zung hier­für ist die soge­nann­te Euro­pean Health Insuran­ce Card (EHIC), die von der jewei­li­gen Kran­ken­kas­se aus­ge­stellt wer­den muss und sich auf der Rück­sei­te der nor­ma­len Kran­ken­ver­si­cher­ten­kar­te oder der neu­en Gesund­heits­kar­te befin­det. Die EHIC gilt aller­dings nur ein­ge­schränkt für fol­gen­de Leis­tun­gen:

  • für vor­über­ge­hen­de Auf­ent­hal­te im Aus­land
  • für not­wen­di­ge medi­zi­ni­sche Leis­tun­gen
  • nicht für geziel­te Rei­sen für Behand­lun­gen im Aus­land
  • nicht für Kos­ten eines Kran­ken­rück­trans­ports in die Hei­mat

Arbei­ten im Aus­land

EU-Bür­ger, die län­ger als 12 Mona­te im EU-Aus­land arbei­ten, müs­sen sich stets in dem Land sozi­al­ver­si­chern, in dem sie arbei­ten. Gemäß des Ver­trags über die Arbeits­wei­se der Euro­päi­schen Uni­on (Art. 45 AEUV) sowie der Char­ta der Grund­rech­te der Euro­päi­schen Uni­on (Art. 15 Abs. 2 GRC) wird für eine Beschäf­ti­gung bei einem inlän­di­schen Arbeit­neh­mer kei­ne Arbeits­er­laub­nis mehr ver­langt (Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit). Ist eine Per­son gleich­zei­tig als Arbeit­neh­mer in einem Mit­glied­staat und als Selb­stän­di­ger in einem ande­ren Mit­glied­staat tätig, ist eine Sozi­al­ver­si­che­rung aber prin­zi­pi­ell in bei­den Län­dern mög­lich.

Kran­ken­ver­si­che­rung für aus­län­di­sche Gäs­te in Deutsch­land

Erwerbs­tä­ti­ge aus Staa­ten außer­halb der Euro­päi­schen Uni­on müs­sen dage­gen in jedem Fall eine Auf­ent­halts­er­laub­nis oder einen Auf­ent­halts­ti­tel vor­wei­sen kön­nen. Sie müs­sen sich zudem in jedem Fall in dem Land kran­ken­ver­si­chern, in dem sie arbei­ten und dies unab­hän­gig davon, für wel­che Dau­er ihre Beschäf­ti­gung ange­setzt ist. Gäs­te, die nach Deutsch­land kom­men, müs­sen auf­grund der Ver­si­che­rungs­pflicht bereits zum Zeit­punkt der Ein­rei­se eine gül­ti­ge Kran­ken­ver­si­che­rung vor­wei­sen kön­nen. Für die ers­ten Tage in Deutsch­land genügt eine Rei­se­ver­si­che­rung, danach ist aber eine deut­sche Kran­ken­ver­si­che­rung not­wen­dig.

Län­ger­fris­ti­ger Auf­ent­halt

Geht der Aus­lands­auf­ent­halt über eine Urlaubs­rei­se, Geschäfts­rei­se oder Tagungs­teil­nah­me hin­aus, wie bei­spiels­wei­se bei einer Gast­pro­fes­sur oder einem For­schungs­auf­ent­halt für ein Semes­ter oder ein Jahr, ist ein Kran­ken­ver­si­che­rungs­schutz im Aus­land obli­ga­to­risch. Die Ausländerbehörden in Deutsch­land ver­lan­gen einen sol­chen Ver­si­che­rungs­nach­weis für die Ertei­lung des Auf­ent­halts­ti­tels. Zu beach­ten ist: Wer den Auf­ent­halt mit Hil­fe eines Sti­pen­di­ums bestrei­tet, kann sich nur bei einer pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung ver­si­chern. Die aka­de­mi­schen Aus­lands­äm­ter der Uni­ver­si­tä­ten stel­len hier­für meist umfang­rei­che Infor­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung wie bei­spiels­wei­se unter http://www.uni-due.de/imperia/md/content/international/gastwissenschaftler.pdf.