Medizinische Einrichtungen in Griechenland

Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on hat Grie­chen­land förm­lich auf­ge­for­dert, sei­ne Rechts­vor­schrif­ten zum Steu­er­ab­zug bei medi­zi­ni­schen Aus­ga­ben in einem ande­ren Mit­glied­staat zu ändern. Nach grie­chi­schem Recht ist der Abzug nur dann mög­lich, wenn die von aus­län­di­schen Ärz­ten oder Kran­ken­häu­sern aus­ge­stell­ten Quit­tun­gen von einem grie­chi­schen Kon­sul beglau­bigt wer­den. Ist kein grie­chi­scher Kon­sul in dem ande­ren Mit­glied­staat tätig, kann die jeweils zustän­di­ge loka­le Behör­de die Beglau­bi­gung ertei­len. Für Quit­tun­gen, die von grie­chi­schen Kran­ken­häu­sern und/​oder Ärz­ten aus­ge­stellt wer­den, gibt es kei­ne der­ar­ti­ge Auf­la­ge.

Medizinische Einrichtungen in Griechenland

Die unter­schied­li­che Behand­lung medi­zi­ni­scher Aus­ga­ben in Grie­chen­land bzw. in einem ande­ren Mit­glied­staat und ins­be­son­de­re der Ver­wal­tungs­auf­wand auf­grund der Beglau­bi­gung durch einen grie­chi­schen Kon­sul hält grie­chi­sche Bür­ger mög­li­cher­wei­se davon ab, ihr Recht auf die Inan­spruch­nah­me ärzt­li­cher Ver­sor­gung in einem ande­ren Mit­glied­staat aus­zu­üben, und ver­stößt nach Ansicht der Kom­mis­si­on daher gegen die Dienst­leis­tungs­frei­heit.

Die Auf­for­de­rung an Grie­chen­land erging in Form von mit Grün­den ver­se­he­nen Stel­lung­nah­men, der zwei­ten Stu­fe des Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­rens nach Arti­kel 258 AEUV. Erhält die Kom­mis­si­on von der grie­chi­schen Regie­rung bin­nen zwei Mona­ten kei­ne zufrie­den­stel­len­de Ant­wort auf die­se Stel­lung­nah­men, kann sie den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on anru­fen.