Mer­ce­des 190 SL ist kein Sammlungsstück

Ein Sport­wa­gen Mer­ce­des Benz 190 SL, Bau­jahr 1960, ist nach Über­zeu­gung der Finanz­rich­ter in Cott­bus kein Samm­lungs­stück von geschicht­li­chem oder völ­ker­kund­li­chem Wert.

Mer­ce­des 190 SL ist kein Sammlungsstück

Dies hat­te der Klä­ger in einem Streit um die Höhe der Ein­fuhr­ab­ga­ben bei der Ein­fuhr des Fahr­zeu­ges aus den USA gel­tend gemacht. Das Gericht ent­schied jedoch, dass die­ses Fahr­zeug kei­ne mit einem ver­gan­ge­nen Zeit­ab­schnitt zusam­men­hän­gen­den Beson­der­hei­ten auf­wei­se und kei­nen cha­rak­te­ris­ti­schen Schritt in der Ent­wick­lung des Auto­mo­bil­baus doku­men­tie­re oder veranschauliche.

Auch die Tat­sa­che, dass es sich bei dem Fahr­zeug um ein Cabrio­let han­de­le, begrün­de nicht einen beson­de­ren geschicht­li­chen Wert, denn Cabrio­lets sei­en auch schon vor dem Jahr 1960 und auch bereits von ande­ren Her­stel­lern gebaut wor­den. Das Gericht weist in sei­nem Urteil zudem dar­auf hin, dass Fahr­zeu­ge des Typs Mer­ce­des Benz 190 SL nicht ver­hält­nis­mä­ßig sel­ten sei­en. Es sei­en 25.000 Stück pro­du­ziert wor­den, von denen noch etwa 10 % exis­tier­ten, die auch nicht ledig­lich in tech­ni­schen Muse­en und im Spe­zi­al­han­del zu fin­den sei­en, son­dern wie ande­re Fahr­zeu­ge auch gehan­delt und ver­mie­tet wür­den. Für den Klä­ger ver­blieb es danach bei der Zah­lung von Ein­fuhr­ab­ga­ben für einen “nor­ma­len” Gebraucht­wa­gen.

Finanz­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 28. Febru­ar 2007 – 1 K 1170/​03 B