Neue Handelsregeln für Chemikalien

Im Rah­men der fünf­ten Ver­trags­staa­ten­kon­fe­renz des Rot­ter­da­mer Über­ein­kom­mens wur­de am letz­ten Frei­tag die Lis­te der Che­mi­ka­li­en erwei­tert, deren inter­na­tio­na­ler Han­del zukünf­tig die Zustim­mung des Emp­fän­ger­lan­des zum Import vor­aus­setzt. Dem jewei­li­gen Import­land müs­sen bei die­sem so genann­ten „Pri­or Infor­med Con­sent“ – Ver­fah­ren zudem Infor­ma­tio­nen über die Risi­ken für die mensch­li­che Gesund­heit und die Umwelt bereit­ge­stellt wer­den, um einen ver­ant­wort­li­chen Umgang sicher­zu­stel­len. Die­se Regeln des Rot­ter­da­mer Über­ein­kom­mens gel­ten jetzt auch für den Han­del mit den Che­mi­ka­li­en Endo­sul­fan, Alachlor sowie Aldi­carb.

Neue Handelsregeln für Chemikalien

Rück­stän­de des weit ver­brei­te­ten, gif­ti­gen Insek­ten­ver­nich­tungs­mit­tels Endo­sul­fan wer­den häu­fig in Lebens­mit­teln, bei­spiels­wei­se Kaf­fee oder Tee, gefun­den.

Das Unkraut­be­kämp­fungs­mit­tel Alachlor steht im Ver­dacht, in hohen Dosen krebs­er­re­gend zu sein und ist sehr gif­tig für Gewäs­ser­or­ga­nis­men.

Aldi­carb ist ein sehr gif­ti­ges Insek­ten­ver­nich­tungs­mit­tel, das in der EU ver­bo­ten ist, weil es ins­be­son­de­re Vögel, Regen­wür­mer und Insek­ten gefähr­det.

Das Rot­ter­da­mer Über­ein­kom­men ist im Jahr 2004 in Kraft getre­ten. Anhang III des Rot­ter­dam­mer Über­ein­kom­mens ent­hält nun­mehr 43 Che­mi­ka­li­en, davon 32 Pflan­zens­schutz­mit­tel und 11 Indus­trie­che­mi­ka­li­en. Die neu auf­ge­nom­men Pflan­zen­schutz­mit­tel­wirk­stof­fe Alachlor, Aldi­carb und Endo­sul­fan unter­lie­gen in der EU bereits Ver­bo­ten bzw. stren­gen Beschrän­kun­gen. Bis­lang wur­den die­se Stof­fe welt­weit gehan­delt und ver­wen­det, ohne dass alle Import­län­der über die Umwelt- und Gesund­heits­aus­wir­kun­gen infor­miert wur­den oder dem Import zustim­men muss­ten.