Portugal – Wirtschaftsfakten

Portugal - Wirtschaftsfakten

Wirtschaftsfakten:

Währung: Euro
Bruttoinlandsprodukt (BIP) 238,8 Mrd
Haushaltsdefizit/ -überschuss am BIP -5,9 %
Staatsverschuldung 127,9 %
Arbeitslosigkeit 17 %
Außenhandel 80 % mit der EU

Portugal liegt an der Atlantikküste auf der iberischen Halbinsel. Das Land spielte schon eine große Rolle im Zeitalter der Entdeckungen. Kolonien in Afrika, Asien und Südamerika zeugten von der Größe des damaligen Reiches. Portugiesen sind über den gesamten Erdball verteilt anzutreffen, was nicht nur in der Entdecker- und Kolonialzeit begründet ist, sondern auch eine Folge Portugals als Auswanderungsland ist. Daher existieren noch heute z.B. in den USA, in Brasilien oder in Frankreich portugiesische Zentren.

Portugal ist Mitglied der NATO, zählt zu den Gründungsstaaten der Eurozone und ist 1986 Mitglied der Europäischen Union geworden. Einen besonderen Stellenwert nimmt die Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (CPLP) ein, an dessen Gründung 1996 Portugal maßgeblich beteiligt war. Zu den Mitgliedsländern gehören ebenfalls Angola, Brasilien, Guinea-Bissau, Kapverden, Mosambik, Ost-Timor und São Tomé e Príncipe. Die Zusammenarbeit dieser Staaten ist bei weitem nicht mehr auf kulturelle Bereiche beschränkt, sondern dient auch der Förderung wirtschaftlicher Zusammenarbeit.

Portugal exportiert größtenteils Bekleidung, Maschinen, Chemieprodukte, Kork und Zellstoff bzw. Papier. Das Land hat den bis zum letzten Jahrhundert bedeutsamen Uranabbau wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt. Als Wolframproduzent zählt es aber immer noch zu den weltführenden Exporteuren.

Unter den “Altmitgliedern” der Europäischen Union bezeichnet man Portugal als das ärmste Land. Verantwortlich dafür sind eine relativ hohe Anzahl von Analphabeten gepaart mit einem schlechten Bildungssystem, darüber hinaus lähmen eine ineffiziente Verwaltung jedes Wirtschaftswachstum und eine nicht gerade gute Infrastruktur steht einer gesteigerten Beschäftigung und Produktivität ebenfalls im Wege.

Portugal ist eins der Länder, die besonders stark unter der Finanz- und Eurokrise gelitten haben bzw. immer noch leiden. So ist von Portugal am 6. April 2011 bei der EU um Finanzhilfe gebeten worden, damit war der Staat als drittes Land unter den “Euro-Rettungsschirm” geschlüpft. Über drei Jahre bis zum Mai 2014 war die Hilfe geplant – und Portugal konnte pünktlich den Rettungsschirm verlassen. Mit Hilfe von radikalen Sparprogrammen, unter denen vorallem die Bevölkerung zu leiden hat, ist Portugal dieser Schritt gelungen und an die Finanzmärkte zurückgekehrt.