Portugiesische Pauschalbesteuerung für Landwirte

Nach der MwSt-Richt­li­nie kön­nen die Mit­glied­staa­ten auf Land­wir­te, bei denen die Anwen­dung der nor­ma­len MwSt-Rege­lung Schwie­rig­kei­ten berei­ten kann, als Aus­gleich für die Belas­tung durch die Mehr­wert­steu­er, die auf die von den sog. Pau­schal­land­wir­ten bezo­ge­nen Gegen­stän­de und Dienst­leis­tun­gen gezahlt wird, eine Pau­schal­re­ge­lung anwen­den.

Portugiesische Pauschalbesteuerung für Landwirte

Anstel­le einer sol­chen Pau­schal­re­ge­lung für Land­wir­te hat Por­tu­gal für land­wirt­schaft­li­che Tätig­kei­ten eine fakul­ta­ti­ve Frei­stel­lung ein­ge­führt, bei der Lie­fe­run­gen und Dienst­leis­tun­gen von Land­wir­ten von der Mehr­wert­steu­er befreit sind, sofern sich der Land­wirt nicht für die Anwen­dung der nor­ma­len MwSt-Rege­lung ent­schei­det. Zudem erhal­ten die Land­wir­te kei­nen Aus­gleich für die auf ihre Ein­gangs­um­sät­ze ent­rich­te­te Mehr­wert­steu­er mit Sät­zen von 5 bis 12 %. Nach Auf­fas­sung der Kom­mis­si­on wider­spricht die in Por­tu­gal ange­wen­de­te Pau­schal­re­ge­lung für Land­wir­te ein­deu­tig dem Zweck der Rege­lung und ent­spricht nicht der MwSt-Richt­li­nie.

Nach­dem die Kom­mis­si­on Por­tu­gal im Juni 2009 eine mit Grün­den ver­se­he­ne Stel­lung­nah­me1 über­mit­telt hat­te, beschloss sie, den Gerichts­hof mit dem Fall zu befas­sen, da die im Sep­tem­ber 2009 ein­ge­gan­ge­ne Ant­wort für die Kom­mis­si­on nicht zufrie­den­stel­lend war.

  1. IP/​09/​1015 []