Quellensteuer auf Dividenden in Finnland

Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on hat beschlos­sen, gegen Finn­land eine Ver­trags­ver­let­zungs­kla­ge beim Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on ein­zu­rei­chen, weil es einer mit Grün­den ver­se­he­nen Stel­lung­nah­me zu sei­nen Steu­er­vor­schrif­ten, die aus­län­di­sche Pen­si­ons­fonds benach­tei­li­gen, nicht nach­ge­kom­men ist.

Quellensteuer auf Dividenden in Finnland

Divi­den­den, die von einem steu­er­lich in Finn­land ansäs­si­gen Unter­neh­men an einen nicht in Finn­land ansäs­si­gen Pen­si­ons­fonds gezahlt wer­den, unter­lie­gen einer Quel­len­steu­er auf das Brut­to­ein­kom­men in Höhe von 19,5%. Im Gegen­satz dazu gilt für fin­ni­sche Pen­si­ons­fonds eine Son­der­re­ge­lung: es wird kei­ne Quel­len­steu­er erho­ben, aber das Divi­den­den­ein­kom­men unter­liegt zu 75% der Kör­per­schaft­steu­er. Da der regu­lä­re Kör­per­schaft­steu­er­satz bei nomi­nal 26% liegt, ergibt dies für an fin­ni­sche Pen­si­ons­fonds gezahl­te Divi­den­den einen Steu­er­satz von 19,5%. Jedoch wird die Steu­er auf der Grund­la­ge des Net­to­ein­kom­mens, d. h. nach Abzug der Kos­ten und der lau­fen­den Pen­si­ons­ver­pflich­tun­gen, berech­net. In der Pra­xis ist der effek­ti­ve Steu­er­satz auf das an fin­ni­sche Pen­si­ons­fonds gezahl­te Divi­den­den­ein­kom­men daher nied­ri­ger als 19,5%.