Sanktionen gegen Somalia

Im Amts­blatt der EU wur­de jetzt die „Ver­ord­nung (EU) Nr. 3562010 des Rates vom 26. April 2010 über die Anwen­dung bestimm­ter spe­zi­fi­scher restrik­ti­ver Maß­nah­men gegen bestimm­te natür­li­che oder juris­ti­sche Per­so­nen, Orga­ni­sa­tio­nen oder Ein­rich­tun­gen auf­grund der Lage in Soma­lia” ver­kün­det.

Sanktionen gegen Somalia

Mit der Ver­ord­nung kon­kre­ti­sier­te der Rat die Finanz­sank­tio­nen, ins­be­son­de­re das Ver­bot der Bereit­stel­lung von Gel­dern und wirt­schaft­li­chen Res­sour­cen, sowie tech­ni­scher und finan­zi­el­ler Hil­fe an bestimm­te, in Anhang I der Ver­ord­nung genann­ten Per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen.

Am 20. Novem­ber 2008 hat der Sicher­heits­rat der Ver­ein­ten Natio­nen gemäß Kapi­tel VII der Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen die Reso­lu­ti­on 1844(2008) ange­nom­men, in der er das mit sei­ner Reso­lu­ti­on 733(1992) ver­häng­te all­ge­mei­ne und voll­stän­di­ge Waf­fen­em­bar­go gegen­über Soma­lia bestä­tigt und wei­te­re restrik­ti­ve Maß­nah­men ein­führt. Die zusätz­li­chen restrik­ti­ven Maß­nah­men betref­fen Ein­rei­se­be­schrän­kun­gen und restrik­ti­ve Maß­nah­men finan­zi­el­ler Art gegen die vom Sicher­heits­rat oder vom mit der Reso­lu­ti­on 751 (1992) des Sicher­heits­rats ein­ge­setz­ten Sank­ti­ons­aus­schuss der Ver­ein­ten Natio­nen für Soma­lia bezeich­ne­ten Per­so­nen und Ein­rich­tun­gen. Neben dem all­ge­mei­nen Waf­fen­em­bar­go führt die Reso­lu­ti­on das spe­zi­fi­sche Ver­bot ein, Waf­fen und mili­tä­ri­sches Gerät auf direk­tem oder indi­rek­tem Weg an die vom Sank­ti­ons­aus­schuss bezeich­ne­ten Per­so­nen und Ein­rich­tun­gen zu lie­fern, zu ver­kau­fen oder zu über­ge­ben, sowie das spe­zi­fi­sche Ver­bot, Hil­fe oder Dienst­leis­tun­gen im Zusam­men­hang mit Waf­fen und mili­tä­ri­schem Gerät für die­se Per­so­nen und Ein­rich­tun­gen bereit­zu­stel­len.

Die restrik­ti­ven Maß­nah­men zie­len auf Per­so­nen und Ein­rich­tun­gen ab, die von den Ver­ein­ten Natio­nen als Per­so­nen und Ein­rich­tun­gen bezeich­net wur­den, die an Hand­lun­gen betei­ligt sind oder Hand­lun­gen unter­stüt­zen, die den Frie­den, die Sicher­heit oder die Sta­bi­li­tät Soma­li­as bedro­hen, ein­schließ­lich Hand­lun­gen, die das Abkom­men von Dschi­bu­ti vom 18. August 2008 oder den poli­ti­schen Pro­zess bedro­hen oder die Über­gangs-Bun­des­in­sti­tu­tio­nen oder die Mis­si­on der Afri­ka­ni­schen Uni­on in Soma­lia (AMISOM) mit Gewalt bedro­hen, gegen das Waf­fen­em­bar­go und die damit zusam­men­hän­gen­den Maß­nah­men ver­sto­ßen haben oder die Gewäh­rung huma­ni­tä­rer Hil­fe an Soma­lia oder den Zugang zu huma­ni­tä­rer Hil­fe oder die Ver­tei­lung huma­ni­tä­rer Hilfs­gü­ter in Soma­lia behin­dern. Am 16. Febru­ar 2009 hat der Rat der Euro­päi­schen Uni­on den Gemein­sa­men Stand­punkt 2009/​138/​GASP des Rates über restrik­ti­ve Maß­nah­men gegen Soma­lia1 ange­nom­men, der unter ande­rem restrik­ti­ve Maß­nah­men finan­zi­el­ler Art gegen­über von den Ver­ein­ten Natio­nen bezeich­ne­ten natür­li­chen und juris­ti­schen Per­so­nen, Orga­ni­sa­tio­nen und Ein­rich­tun­gen sowie ein Ver­bot der direk­ten und indi­rek­ten Bereit­stel­lung von Hil­fe und Dienst­leis­tun­gen im Zusam­men­hang mit Waf­fen und mili­tä­ri­schem Gerät an sol­che Per­so­nen, Orga­ni­sa­tio­nen und Ein­rich­tun­gen vor­sieht.

Am 19. März 2010 hat sodann der Sicher­heits­rat die Reso­lu­ti­on 1916(2010) ange­nom­men, in der unter ande­rem beschlos­sen wur­de, eini­ge Beschrän­kun­gen und Ver­pflich­tun­gen im Rah­men der Sank­ti­ons­re­ge­lung zu lockern, damit inter­na­tio­na­le, regio­na­le und sub­re­gio­na­le Orga­ni­sa­tio­nen Ver­sor­gungs­gü­ter und tech­ni­sche Hil­fe bereit­stel­len kön­nen und eine rasche Bereit­stel­lung drin­gend benö­tig­ter huma­ni­tä­rer Hil­fe durch die Ver­ein­ten Natio­nen sicher­ge­stellt wer­den kann.

Am 12. April 2010 hat der Sank­ti­ons­aus­schuss die Lis­te der Per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen fest­ge­legt, gegen die restrik­ti­ve Maß­nah­men ver­hängt wer­den. Auf die­ser Grund­la­ge hat der Rat am 26. April 2010 den Beschluss 2010/​231/​GASP ange­nom­men. Die­se Maß­nah­men fal­len in den Gel­tungs­be­reich des Ver­trags über die Arbeits­wei­se der Euro­päi­schen Uni­on; daher ist — ins­be­son­de­re zur Gewähr­leis­tung ihrer ein­heit­li­chen Anwen­dung durch die Wirt­schafts­be­tei­lig­ten in allen Mit­glied­staa­ten — ein Rechts­akt der Uni­on für ihre Umset­zung erfor­der­lich, soweit die Uni­on betrof­fen ist. Mit der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1472003 des Rates vom 27. Janu­ar 2003 über bestimm­te restrik­ti­ve Maß­nah­men gegen­über Soma­lia2 des Rates wur­de das all­ge­mei­ne Ver­bot ver­hängt, tech­ni­sche Bera­tung, Hil­fe, Aus­bil­dung, Finanz­mit­tel oder Finanz­hil­fe im Zusam­men­hang mit mili­tä­ri­schen Akti­vi­tä­ten für Per­so­nen, Orga­ni­sa­tio­nen oder Ein­rich­tun­gen in Soma­lia bereit­zu­stel­len. Es soll­te eine neue Ver­ord­nung des Rates ange­nom­men wer­den, um die Maß­nah­men gegen­über den von den Ver­ein­ten Natio­nen bezeich­ne­ten natür­li­chen oder juris­ti­schen Per­so­nen, Orga­ni­sa­tio­nen oder Ein­rich­tun­gen anzu­wen­den.

  1. ABl. L 46 vom 17.2.2009, S. 73. []
  2. ABl. L 24 vom 29.1.2003, S. 2. []