Streckengeschäfte mit Dual-Use-Gütern

Straf­bar war nach altem (§ 33 Abs. 4 Satz 1 AWG aF, § 70 Abs. 5a Satz 1 Nr. 1, 2 AWV aF) und ist nach neu­em Recht (§ 18 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 AWG nF) die geneh­mi­gungs­lo­se Aus­fuhr1.

Streckengeschäfte mit Dual-Use-Gütern

Dabei ist, weil die Geneh­mi­gungs­pflicht durch Art. 3 Abs. 1 bzw. Art. 4 Abs. 1 Dual-Use-VO begrün­det wird, auch der in die­ser Ver­ord­nung defi­nier­te Aus­fuhr­be­griff (Art. 2 Buchst. b) VO (EG) 13342000, Art. 2 Nr. 2 VO (EG) 4282009)) maß­geb­lich2.

Die­ser euro­pa­recht­li­che Aus­fuhr­be­griff erfasst — wei­ter als § 4 Abs. 2 Nr. 4 AWG aF bzw. § 2 Abs. 3 Nr. 1 AWG nF — jede Lie­fe­rung von Gütern aus der Euro­päi­schen Uni­on in ein Dritt­land und damit hier auch die unmit­tel­ba­ren Sen­dun­gen vom Lie­fe­ran­ten des Aus­füh­rers (hier: aus Öster­reich in den Iran)3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. März 2016 — 3 StR 34715

  1. sie­he auch BGH, Urteil vom 20.08.1992 — 1 StR 22992, NJW 1992, 3114 []
  2. vgl. Mor­wei­ser in Wolffgang/​Simonsen/​Rogmann aaO, 40. Erg.-Lfg., § 18 AWG Rn. 83 []
  3. vgl. Tervooren/​Mrozek in Wolffgang/​Simonsen/​Rogmann aaO, 33. Erg.-Lfg., Art. 2 Dual-Use-VO Rn. 22 mwN []
  4. vgl.…

    Iran-Embargo - Embargoverstoß und VerwendungszweckIran-Embar­go — Embar­go­ver­stoß und Ver­wen­dungs­zweck Den Iran-Embar­go-Ver­ord­nun­gen — VO (EG) Nr. 4232007 bzw. VO (EU) Nr. 9612010 — liegt zwar der prä­ven­ti­ve Zweck zugrun­de, pro­li­fe­ra­ti­ons­re­le­van­te nuklea­re Tätig­kei­ten im Iran zu ver­hin­dern ((EuGH, Urteil vom 21.12 2011 — C72/​11 — Afra­sia­bi []