Uruguay: Handelsbeziehungen mit Deutschland

Die Wirt­schafts­be­zie­hun­gen zu Deutsch­land neh­men in Uru­gu­ay einen nicht zu unter­schät­zen­den Stel­len­wert ein. So ist Deutsch­land der wich­tigs­te Han­dels- und Export­part­ner inner­halb Euro­pas.

Uruguay: Handelsbeziehungen mit Deutschland
Export Uru­gu­ays: 10.000 Mio. US-$
Export in die BRD: 504,9 Mio. US-§
Import Uru­gu­ays: 9.500 Mio. US-$
Import aus der BRD: 472,5 Mio US-$
Wirt­schafts­wachs­tum: 4,4 %
Infla­ti­on: 8.5 %

Auch im Zusam­men­hang mit der Ein­wan­de­rung vie­ler Deut­scher nach Uru­gu­ay ist es nicht ver­wun­der­lich, dass es bereits seit 1916 eine Deutsch-Uru­gu­ay­ische Han­dels­kam­mer in der Haupt­stadt Mon­te­vi­deo gibt (500 Mit­glie­der). Der­zeit sind an die 30 deut­sche Fir­men auf dem dor­ti­gen Markt tätig.

Für Uru­gu­ay ist der Außen­han­del ein bedeu­ten­des Stand­bein der Wirt­schaft, gera­de weil ein rela­tiv klei­ner Bin­nen­markt exis­tiert. Folg­lich ist Uru­gu­ay bestrebt, sich neue Absatz­märk­te zu erschlie­ßen und Außen­han­dels­be­zie­hun­gen zu erwei­tern. So exis­tiert mit Deutsch­land ein Han­dels­ver­trag von 1953, ein Rah­men­ab­kom­men über tech­ni­sche Zusam­men­ar­beit (v. 31.03.1971) und ein Inves­ti­ti­ons­för­de­rungs­ver­trag (v. 09.03.1987). Als letz­tes ist am 9. März 2010 ein Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men geschlos­sen wor­den, dass seit dem 28. Dezem­ber 2011 in Kraft ist.

Uru­gu­ay ist Grün­dungs­mit­glied des Gemein­sa­men Mark­tes Süd­ame­ri­kas („Mer­ca­do Común del Sur”, kurz MERCOSUR) und ist bestrebt, dass zwi­schen dem Mer­co­sur und der Euro­päi­schen Uni­on ein Frei­han­dels­ab­kom­men geschlos­sen wird. Mit­glied des Mer­co­sur sind abge­se­hen von Uru­gu­ay auch Argen­ti­ni­en, Bra­si­li­en, Para­gu­ay und Vene­zue­la. Von einer Mit­glied­schaft aus­ge­schlos­sen ist u.a. jedes Land mit einer Dik­ta­tur, so dass nur für demo­kra­ti­sche Staa­ten eine Mit­glied­schaft mög­lich ist. In Uru­gu­ay und Para­gu­ay berei­tet beson­ders der im Mer­co­sur unter­sag­te Abschluss von bila­te­ra­le Frei­han­dels­ab­kom­men mit Dritt­staa­ten Unbe­ha­gen. Bereits 1995 ist von dem Mer­co­sur und der Euro­päi­schen Uni­on ein Asso­zia­ti­ons­ab­kom­men geschlos­sen wor­den, das all­ge­mein als ers­ten Schritt in Rich­tung eines Frei­han­dels­ab­kom­mens gilt. Doch mit der Fra­ge des Zugangs für Agrar­pro­duk­te aus dem Mer­co­sur zum Euro­päi­schen Markt sind die Ver­hand­lun­gen ins Sto­cken gera­ten.