Wer­bungs­kos­ten­ab­zug für die Sprachreise

Die mit einer beruf­li­chen Fort­bil­dung ver­bun­de­nen Rei­se­kos­ten sind als Wer­bungs­kos­ten unein­ge­schränkt abzieh­bar, wenn die Rei­se aus­schließ­lich oder nahe­zu aus­schließ­lich der beruf­li­chen Sphä­re zuzu­ord­nen ist. Ist die Rei­se auch pri­vat mit­ver­an­lasst, kann nach der neue­ren Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs eine Auf­tei­lung der Kos­ten und der Abzug des beruf­lich ver­an­lass­ten Teils der Rei­se­kos­ten in Betracht kom­men. Die Auf­tei­lung ist grund­sätz­lich nach dem Ver­hält­nis der beruf­li­chen und pri­va­ten Zeit­an­tei­le vorzunehmen.

Wer­bungs­kos­ten­ab­zug für die Sprachreise

Hier­zu hat deer Bun­des­fi­nanz­hof hat nun ent­schie­den, dass ein ande­rer als der zeit­li­che Auf­tei­lungs­maß­stab in Betracht zu zie­hen sei, wenn die beruf­li­chen und pri­va­ten Ver­an­las­sungs­bei­trä­ge nicht zeit­lich nach­ein­an­der son­dern gleich­zei­tig ver­wirk­licht wür­den. Das sei bei einer soge­nann­ten Sprach­rei­se der Fall, so dass es bei der Ermitt­lung des abzieh­ba­ren Kos­ten­an­teils nicht auf den zeit­li­chen Anteil des Sprach­un­ter­richts an der Dau­er des Aus­lands­auf­ent­halts ankom­me. Die Wahl eines Sprach­kur­ses im Aus­land sei im Übri­gen regel­mä­ßig pri­vat mitveranlasst.

In dem jetzt vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Streit­fall hat­te der Klä­ger, im frag­li­chen Zeit­raum Zug­füh­rer­of­fi­zier bei der Bun­des­wehr, an einem Eng­lisch­sprach­kurs in Süd­afri­ka teil­ge­nom­men. Sein Finanz­amt und das erst­in­stanz­lich mit der Kla­ge befass­te Finanz­ge­richt lie­ßen die mit der Sprach­rei­se ver­bun­de­nen Kos­ten nicht zum Wer­bungs­kos­ten­ab­zug zu. Der Bun­des­fi­nanzhfo hob die­se Ent­schei­dung nun auf.

. Auch wenn ein aus­wär­ti­ger Sprach­kurs nur Grund­kennt­nis­se oder all­ge­mei­ne Kennt­nis­se in einer Fremd­spra­che ver­mit­telt, die­se aber für die beruf­li­che Tätig­keit aus­rei­chen, kann der Kurs beruf­lich ver­an­lasst sein und des­halb die Kurs­ge­bühr als Wer­bungs­kos­ten abge­zo­gen werden.

Die Wahl, einen Sprach­kurs aus­wärts zu besu­chen, ist regel­mä­ßig pri­vat mit­ver­an­lasst. Bei der des­halb gebo­te­nen Auf­tei­lung der Rei­se­kos­ten in Wer­bungs­kos­ten und Kos­ten der pri­va­ten Lebens­füh­rung kann dann auch ein ande­rer als der zeit­li­che Auf­tei­lungs­maß­stab ange­zeigt sein.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 24.02.11 – VI R 12/​10
[eine aus­führ­li­che Dar­stel­lung die­ses Urteils fin­det sich in der Rechts­lu­pe.]