Zollwert eingeführter DVDs

Wird der Zoll­wert­ermitt­lung gemäß Art. 29 ZK ein sog. Vor­er­wer­ber­preis zugrun­de gelegt, ist bei der Fra­ge, ob der Käu­fer Bei­stel­lun­gen erbracht hat, um deren Wert der Trans­ak­ti­ons­wert nach Art. 32 Abs. 1 Buchst. b ZK zu berich­ti­gen ist, auf die­sen Käu­fer (Vor­er­wer­ber) abzu­stel­len. Wer­den DVDs mit einem digi­tal gespei­cher­ten Film ver­kauft, für deren Her­stel­lung der Käu­fer dem Ver­käu­fer eine Spritz­form unent­gelt­lich zur Ver­fü­gung gestellt hat, in der das Film­ma­te­ri­al ver­kör­pert ist, han­delt es sich sowohl bezüg­lich die­ser Spritz­form als Sache als auch bezüg­lich des digi­tal gespei­cher­ten Films als imma­te­ri­el­lem Wirt­schafts­gut um Bei­stel­lun­gen, deren Wert dem tat­säch­lich gezahl­ten oder zu zah­len­den Preis hin­zu­zu­rech­nen ist. Ob dem Käu­fer das bei­gestell­te Film­ma­te­ri­al vom Inha­ber des Urhe­ber­rechts unent­gelt­lich zur Ver­fü­gung gestellt wur­de, ist uner­heb­lich.

Zollwert eingeführter DVDs

Lässt sich der Wert der Bei­stel­lun­gen nicht ermit­teln oder lässt sich nicht fest­stel­len, ob die­se unent­gelt­lich oder zu ermä­ßig­ten Prei­sen erbracht wur­den, kann nicht der ange­mel­de­te Vor­er­wer­ber­preis, son­dern muss der Preis aus dem zur Ein­fuhr in die Gemein­schaft füh­ren­den Kauf­ge­schäft zugrun­de gelegt wer­den. Ist auch dies nicht mög­lich, kann der Zoll­wert nicht nach der Trans­ak­ti­ons­wert-Metho­de bestimmt wer­den.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 27. Febru­ar 2007 — VII R 2506