Besteuerung von Funktionsverlagerungen

Die Bun­des­re­gie­rung teilt nicht die Auf­fas­sung, die im Zuge der Unter­neh­mens­steu­er­re­form geän­der­ten gesetz­li­chen Vor­schrif­ten zur so genann­ten Funk­ti­ons­ver­la­ge­rung könn­ten nicht ange­wen­det wer­den, solan­ge kei­ne Rechts­ver­ord­nung vor­liegt. Dies betont die Bun­des­re­gie­rung in ihrer Ant­wort auf eine Klei­ne Anfra­ge im Deut­schen Bun­des­tag. Die Rege­lun­gen im Außen­steu­er­ge­setz sol­len dazu bei­tra­gen, die Besteue­rung von in Deutsch­land geschaf­fe­nen Wer­ten sicher­zu­stel­len, wenn “imma­te­ri­el­le Wirt­schafts­gü­ter und Vor­tei­le ins Aus­land ver­la­gert wer­den”.

Besteuerung von Funktionsverlagerungen

Die ange­mes­se­ne Besteue­rung sol­cher Funk­ti­ons­ver­la­ge­run­gen stim­me mit dem inter­na­tio­nal aner­kann­ten Fremd­ver­gleichs­grund­satz über­ein, der in Deutsch­land seit Lan­gem gel­ten­des Recht sei. Aus Sicht der Bun­des­re­gie­rung ist für die Anwen­dung der seit 1. Janu­ar gül­ti­gen Rege­lun­gen kei­ne Rechts­ver­ord­nung erfor­der­lich, weil die wesent­li­chen Grund­la­gen bereits im Gesetz stün­den. Der Fremd­ver­gleichs­grund­satz, der auch auf die Fäl­le der Funk­ti­ons­ver­la­ge­rung anzu­wen­den sei, sei schon bis­her gesetz­lich gere­gelt gewe­sen. Durch die Unter­neh­mens­steu­er­re­form 2008 habe er ledig­lich eine Prä­zi­sie­rung erfah­ren. Die genann­te Rechts­ver­ord­nung sol­le dage­gen Ein­zel­hei­ten zur Anwen­dung des Fremd­ver­gleichs­grund­sat­zes regeln. Ent­spre­chend teilt die Regie­rung auch nicht die Auf­fas­sung der FDP, dass für die betrof­fe­ne Wirt­schaft erheb­li­che Rechts­un­si­cher­heit besteht. Die Unter­neh­men könn­ten auf der Grund­la­ge der gesetz­li­chen Rege­lung erken­nen, ob die neu­en Vor­schrif­ten für ihre Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dung bedeut­sam sind. Für gro­ße Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen kön­ne ein betrof­fe­nes Unter­neh­men zusätz­lich prü­fen, ob es eine Vor­ab­ver­stän­di­gung zwi­schen den betei­lig­ten Staa­ten bean­tragt, um inter­na­tio­nal für Rechts­si­cher­heit zu sor­gen. Im Gesetz wird die Funk­ti­ons­ver­la­ge­rung nach Regie­rungs­an­ga­ben all­ge­mein als die Ver­la­ge­rung einer Funk­ti­on ein­schließ­lich der dazu­ge­hö­ri­gen Chan­cen und Risi­ken und der über­tra­ge­nen oder über­las­se­nen Wirt­schafts­gü­ter oder sons­ti­gen Vor­tei­le defi­niert. Ob eine ver­la­ger­te Funk­ti­on vor der Ver­la­ge­rung im Inland oder Aus­land aus­ge­übt wor­den sei, spie­le für die Fra­ge, ob eine “Funk­ti­ons­ver­la­ge­rung” über­haupt vor­liegt, kei­ne Rol­le. Durch die Sen­kung der Steu­er­be­las­tung für Unter­neh­men im Zuge der Unter­neh­mens­steu­er­re­form sei gera­de ein Anreiz für Funk­ti­ons­ver­la­ge­run­gen vom Aus­land ins Inland geschaf­fen wor­den, unter­streicht die Regie­rung. Die Ände­run­gen hät­ten zum Ziel, bes­se­re Vor­aus­set­zun­gen zu schaf­fen, damit Deutsch­land einen “fai­ren Anteil” an den erwirt­schaf­te­ten Gewin­nen inter­na­tio­nal und in Deutsch­land täti­ger Kon­zer­ne besteu­ern kön­ne, heißt es in der Ant­wort.