Einkünfte aus einer gewerblich geprägten spanischen Personengesellschaft

Gewin­ne aus der Ver­äu­ße­rung beweg­li­chen Ver­mö­gens, die von einer ver­mö­gens­ver­wal­tend täti­gen, jedoch i.S. von § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG 2002 gewerb­lich gepräg­ten spa­ni­schen Per­so­nen­ge­sell­schaft erzielt wer­den, an der in Deutsch­land unbe­schränkt steu­er­pflich­ti­ge Per­so­nen betei­ligt sind, unter­lie­gen nach Art. 13 Abs. 3 DBA-Spa­ni­en der deut­schen und nicht nach Art. 13 Abs. 2 DBA-Spa­ni­en als Betriebstät­ten­ge­win­ne der spa­ni­schen Besteue­rung1.

Einkünfte aus einer gewerblich geprägten spanischen Personengesellschaft

Es ist ernst­lich zwei­fel­haft, ob die Besteue­rung des in Deutsch­land ansäs­si­gen Gesell­schaf­ters einer spa­ni­schen, nach dor­ti­gem im Gegen­satz zum deut­schen Recht steu­er­lich als intrans­pa­rent behan­del­ten Per­so­nen­ge­sell­schaft nach Maß­ga­be des DBA-Spa­ni­en auf der Grund­la­ge des deut­schen oder aber des spa­ni­schen Steu­er­rechts vor­zu­neh­men ist und ob danach Deutsch­land oder aber Spa­ni­en das Besteue­rungs­recht für den Gewinn aus der Ver­äu­ße­rung der Antei­le an einer sol­chen Per­so­nen­ge­sell­schaft gebührt2.

Eine Per­so­nen­ge­sell­schaft, die aus­schließ­lich in Spa­ni­en über eine Betriebstät­te ver­fügt, ver­mit­telt ihrem Gesell­schaf­ter eine Betriebstät­te i.S. des Art. 13 Abs. 2 DBA-Spa­ni­en. Ein zum not­wen­di­gen Son­der­be­triebs­ver­mö­gen des Gesell­schaf­ters zäh­len­des Wirt­schafts­gut gehört jeden­falls dann zum Betriebs­ver­mö­gen jener Betriebstät­te, wenn der Gesell­schaf­ter nicht außer­halb Spa­ni­ens wei­te­re Betriebstät­ten im abkom­mens­recht­li­chen Sin­ne besitzt3.

Es ist ernst­lich zwei­fel­haft, ob § 50d Abs. 9 Satz 1 Nr. 1 sowie § 52 Abs. 59a Satz 6 EStG 2002 in der Fas­sung des Jah­res­steu­er­ge­set­zes 2007 mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar sind. Man­gels Vor­rangs des öffent­li­chen Inter­es­ses am Voll­zug des Geset­zes ist dem Steu­er­pflich­ti­gen infol­ge­des­sen jeden­falls für Steu­er­be­schei­de, die für Ver­an­la­gungs­zeit­räu­me vor Ein­fü­gung jener Vor­schrif­ten in das Gesetz ergan­gen sind, vor­läu­fi­ger Rechts­schutz zu gewäh­ren.

  1. Anschluss an BFH, Urteil vom 28.04.2010 — I R 8109; ent­ge­gen BMF, Schrei­ben vom 24.12.1999, BStBl I 1999, 1076, Tz. 1.1.5.1; jetzt: BMF, Schrei­ben vom 16.04.2010, BStBl I 2010, 354, Tz. 4.2.1 i.V.m. Tz. 4.1.3.3.2 []
  2. ent­ge­gen BMF, Schrei­ben vom 28.05.1998, BStBl I 1998, 557; jetzt: BMF, Schrei­ben vom 16.04.2010, BStBl I 2010, 354, Tz. 4.2.1 i.V.m. Tz. 4.1.3.3.2 []
  3. Anschluss an BFH, Urteil vom 13.02.2008 — I R 6306, BFHE 220, 415, BStBl II 2009, 414 []