Steuerabzug bei einem in der Schweiz ansässigen Vergütungsgläubiger

Ein ein­heit­li­ches Pau­schal­ho­no­rar für meh­re­re von einem beschränkt steu­er­pflich­ti­gen Ver­gü­tungs­gläu­bi­ger zu erbrin­gen­de Leis­tun­gen kann zu unter­schied­li­chen Ein­künf­ten füh­ren und ist daher auf­zu­tei­len, sofern nicht einer Leis­tung eine nur unter­ge­ord­ne­te Bedeu­tung zukommt1. Dies gilt auch für Zwe­cke der Haf­tung des Ver­gü­tungs­schuld­ners (§ 50a Abs. 5 Satz 5 EStG 2002).

Steuerabzug bei einem in der Schweiz ansässigen Vergütungsgläubiger

Nach Art. 16 Abs. 2 des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens zwi­schen der Euro­päi­schen Gemein­schaft und ihren Mit­glied­staa­ten und der Schweiz vom 21. Juni 1999 wird, soweit für die Anwen­dung des Abkom­mens Begrif­fe des Gemein­schafts­rechts her­an­ge­zo­gen wer­den, nur die Recht­spre­chung des EuGH vor dem 21. Juni 1999 berück­sich­tigt. Es ist nicht ernst­lich zwei­fel­haft, dass das Urteil des EuGH vom 3. Okto­ber 20062 und die sich dar­aus erge­ben­den Grund­sät­ze zur Berück­sich­ti­gung von unmit­tel­bar mit der erbrach­ten Dienst­leis­tung zusam­men­hän­gen­den Betriebs­aus­ga­ben im Steu­er­ab­zugs­ver­fah­ren dazu nicht gehö­ren.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 7. Sep­tem­ber 2011 — I B 15710

  1. BFH, Urtei­le vom 28.01.2004 — I R 7302, BFHE 205, 174, BSt­Bl II 2005, 550; und vom 19.12.2007 — I R 1906, BFHE 220, 160, BSt­Bl II 2010, 398 []
  2. EuGH, Urteil vom 03.10.2006 — C‑290/​04 [FKP Scor­pio Kon­zert­pro­duk­tio­nen], Slg. 2006, I‑9461 []