Mazedonische Urteile — und ihre Vollstreckbarkeit in Deutschland

Das Urteil eines maze­do­ni­schen Gerichts darf nicht gemäß Art. 38 ff EuGV­VO aF für in Deutsch­land voll­streck­bar erklärt wer­den.

Mazedonische Urteile — und ihre Vollstreckbarkeit in Deutschland

Die Ver­ord­nung ist nicht auf gericht­li­che Ent­schei­dun­gen anwend­bar, die in der ehe­ma­li­gen jugo­sla­wi­schen Repu­blik Maze­do­ni­en ergan­gen sind. Maze­do­ni­en ist kein Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Uni­on.

Dem Antrag auf Voll­streck­bar­er­klä­rung kann auch nicht auf­grund eines völ­ker­recht­li­chen Ver­tra­ges statt­ge­ge­ben wer­den. Weder die Euro­päi­sche Uni­on noch die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land hat mit der Repu­blik Maze­do­ni­en ein Abkom­men geschlos­sen, das die gegen­sei­ti­ge Aner­ken­nung und Voll­stre­ckung von gericht­li­chen Ent­schei­dun­gen in Zivil- und Han­dels­sa­chen regelt.

Eine Voll­streck­bar­er­klä­rung des Urteils in Deutsch­land kann die Antrag­stel­le­rin nur im Wege der Voll­stre­ckungs­kla­ge nach § 722 ZPO erlan­gen. In eine sol­che Kla­ge kann ihr Antrag auf ver­ein­fach­te Ertei­lung der Voll­stre­ckungs­klau­sel nach der EuGV­VO aF indes nicht umge­deu­tet wer­den1, zumal die Antrag­stel­le­rin dane­ben die Mög­lich­keit einer selb­stän­di­gen Kla­ge auf den durch das maze­do­ni­sche Urteil fest­ge­stell­ten Anspruch hat2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. Juni 2017 — IX ZB 7416

  1. stän­di­ge Recht­spre­chung seit BGH, Beschluss vom 16.05.1979 — VIII ZB 4177, NJW 1979, 2477; zuletzt Beschluss vom 27.10.1994 — IX ZB 3994, WM 1995, 361 []
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 16.05.1979, aaO; Urteil vom 20.03.1964 — V ZR 3462, NJW 1964, 1626 []