WIPO-Internetverträge

Die Mit­glieds­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on haben am 14. Dezem­ber 2009 den WIPO-Urhe­ber­rechts­ver­trag (WIPO Copy­right Trea­ty — WCT) und den WIPO-Ver­trag über Dar­bie­tun­gen und Ton­trä­ger (WIPO Per­for­man­ces and Pho­no­gram Trea­ty — WPPT) rati­fi­ziert. Bei­de Ver­trä­ge ergän­zen die bestehen­den inter­na­tio­na­len Ver­trä­ge auf dem Gebiet des Urhe­ber­rechts, ins­be­son­de­re das so genann­te Rom-Abkom­men von 1961 und die Revi­dier­te Ber­ner Über­ein­kunft (RBÜ), die in ihrer ursprüng­li­chen Fas­sung bereits aus dem Jah­re 1886 stammt.

WIPO-Internetverträge

Mit dem WCT soll das inter­na­tio­na­le Urhe­ber­recht an die neu­en tech­ni­schen Ent­wick­lun­gen, vor allem an die digi­ta­le Tech­no­lo­gie und die damit ver­bun­de­nen Nut­zungs­mög­lich­kei­ten urhe­ber­recht­lich geschütz­ter Wer­ke im Inter­net, ange­passt wer­den.

Der WPPT soll dage­gen die Rech­te der aus­üben­den Künst­ler — wie Sän­ger und Musi­ker — und der Ton­trä­ger­her­stel­ler schüt­zen.

Die bei­den inter­na­tio­na­len Abkom­men waren bereits am 6. März 2002 bzw. am 20. Mai 2002 mit der Hin­ter­le­gung der jeweils 30. Rati­fi­ka­ti­ons­ur­kun­de in Kraft getre­ten. Die Mit­glied­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on, dar­un­ter auch Deutsch­land, waren damals den Ver­trä­gen jedoch noch nicht bei­getre­ten. Der Rat der Euro­päi­schen Uni­on hat­te zuvor beschlos­sen, dass alle Mit­glied­staa­ten die Ver­trä­ge gemein­sam rati­fi­zie­ren soll­ten. Daher erfolg­te die Hin­ter­le­gung der Urkun­den erst heu­te — nach­dem alle Mit­glied­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on ihr Urhe­ber­recht den Vor­ga­ben der Info-Richt­li­nie und der bei­den WIPO-Ver­trä­ge ange­passt und damit die for­ma­len Vor­aus­set­zun­gen für die Rati­fi­ka­ti­on erfüllt haben. Den gemein­schafts­recht­li­chen Rah­men für die Umset­zung der jetzt rati­fi­zier­ten Ver­trä­ge in den EU-Mit­glied­staa­ten hat die EU mit der Info-Richt­li­nie1 vor­ge­ge­ben. Deutsch­land hat die Vor­ga­ben der Info-Richt­li­nie bereits im Jahr 2003 durch den soge­nann­ten Ers­ten Korb, dem Gesetz zur Rege­lung des Urhe­ber­rechts in der Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft, umge­setzt.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu den bei­den Ver­trä­gen fin­den sich im Inter­net­an­ge­bot des Bun­des­jus­ti­zi­mi­is­te­ri­ums.

  1. Richt­li­nie 2001/​29/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates zur Har­mo­ni­sie­rung bestimm­ter Aspek­te des Urhe­ber­rechts und der ver­wand­ten Schutz­rech­te in der Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft vom 22. Mai 2001 []