Feuer an Bord eines Seeschiffes und die Haager Regeln von 1924

Bei den Haa­ger Regeln von 1924 han­delt es sich um zwin­gen­de Vor­schrif­ten im Sin­ne von Art. 2 Abs. 1 Satz 2 CMR. Feu­er an Bord eines See­schif­fes kann eine trans­port­trä­ger­ty­pi­sche Gefahr im Sin­ne von Art. 2 Abs. 1 Satz 2 CMR sein.

Feuer an Bord eines Seeschiffes und die Haager Regeln von 1924

Geht es um einen inter­na­tio­na­len See­trans­port, rich­tet sich die Haf­tung des Ver­frach­ters für Schä­den oder Ver­lus­te von Ladungs­gü­tern gemäß dem tür­ki­schen Recht unmit­tel­bar nach Art. 4 § 2 Buchst. b der Haa­ger Regeln von 1924. Die­ses Regel­werk ist für die Tür­kei am 4. Janu­ar 1956 in Kraft getre­ten und gilt dort unmit­tel­bar, weil die Tür­kei anders als Deutsch­land kei­nen Gebrauch von der Mög­lich­keit gemacht hat, die Regeln in inner­staat­li­ches Recht umzu­set­zen1. Nach Art. 4 § 2 Buchst. b der Haa­ger Regeln von 1924 haf­tet der Ver­frach­ter nicht für Ver­lus­te oder Beschä­di­gun­gen der Güter, die durch Feu­er ent­stan­den sind, es sei denn, er hat die Schä­den durch eige­nes Ver­schul­den ver­ur­sacht.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. Dezem­ber 2011 — I ZR 1211

  1. Ata­mer, TranspR 2010, 50, 51 f.; vgl. auch die Über­sicht zu den Mit­glied­staa­ten bei Rabe, See­han­dels­recht, 4. Aufl., Anh. I zu § 663b Rn. 1 []