Iran-VO und die Aus­nah­me­re­ge­lung für Alt­ver­trä­ge

Am 27. Okto­ber 2010 ist die Ver­ord­nung (EU) Nr. 961/​2010 des Rates vom 25. Okto­ber 2010 über restrik­ti­ve Maß­nah­men gegen den Iran und zur Auf­he­bung der VO (EG) Nr. 423/​2007 im Amts­blatt der Euro­päi­schen Uni­on [1] ver­öf­fent­licht wor­den und in Kraft getre­ten. Sie ersetzt die bis­he­ri­ge Ver­ord­nung (EG) Nr. 423/​2007 des Rates vom 19. April 2007.

Iran-VO und die Aus­nah­me­re­ge­lung für Alt­ver­trä­ge

Arti­kel 10 die­ser Ver­ord­nung (EU) Nr. 961/​2010 sieht eine Noti­fi­zie­rungs­pflicht vor, um von der Aus­nah­me­re­ge­lung für Alt­ver­trä­ge bei der Aus­fuhr von in Anhang VI der Iran-VO auf­ge­führ­ten Schlüs­sel­aus­rüs­tung oder ‑tech­no­lo­gie Gebrauch machen zu kön­nen.

Bei Inan­spruch­nah­me der Aus­nah­me­re­ge­lung nach Art. 10 der Ver­ord­nung (EU) Nr. 961/​2010 darf die spä­te­re Aus­fuhr nicht im ver­ein­fach­ten Ver­fah­ren, son­dern muss im Nor­mal­ver­fah­ren erfol­gen.

Die Noti­fi­zie­rung für Alt­ver­trä­ge ist im Vor­feld auf Basis einer Vor­aban­mel­dung (Ein­zel­mit­tei­lung) außer­halb vom IT-Ver­fah­ren ATLAS bei der­je­ni­gen Aus­fuhr­zoll­stel­le vor­zu­neh­men, an die spä­ter die elek­tro­ni­sche Aus­fuhr­an­mel­dung über­mit­telt wird. Wird die elek­tro­ni­sche Aus­fuhr­an­mel­dung jedoch spä­ter bei einer ande­ren Zoll­stel­le abge­ge­ben, bedarf es eines erneu­ten Noti­fi­zie­rungs­ver­fah­rens unter Beach­tung der vor­ge­schrie­be­nen War­te­fris­ten.

Geht die spä­te­re Aus­fuhr­an­mel­dung vor Ablauf von 20 Arbeits­ta­gen ein, muss sie bis zum Ablauf der gesetz­li­chen War­te­frist zurück­ge­stellt wer­den, bevor eine Über­las­sung zur Aus­fuhr erfol­gen darf. Die War­te­frist nach Art. 10 VO beginnt bei Noti­fi­zie­rung mit­tels Vor­aban­mel­dung ab dem Tag des Ein­gangs der Mit­tei­lung bei der Aus­fuhr­zoll­stel­le. Geht die Nach­richt nach Dienst­schluss ein, beginnt die War­te­frist erst am fol­gen­den Arbeits­tag.

Die Noti­fi­zie­rung auf Basis einer Vor­aban­mel­dung (Ein­zel­mit­tei­lung) ersetzt nicht die Anga­be der Unter­la­gen­co­die­rung „Y921/​ALT“ in der spä­te­ren Aus­fuhr­an­mel­dung. Ergän­zend ist in der spä­te­ren Aus­fuhr­an­mel­dung bei der Unter­la­gen­co­die­rung „Y921/​ALT“ im Feld „Zusatz“ zu ver­mer­ken: „Noti­fi­zie­rung nach Arti­kel 10 Iran­VO vom …..“ Fehlt die­ser Hin­weis, geht die Zoll­stel­le grund­sätz­lich davon, dass kei­ne Vor­ab-Noti­fi­zie­rung zu die­ser Aus­fuhr­an­mel­dung vor­liegt und damit die Aus­fuhr nicht zuläs­sig ist.

Die nach Arti­kel 10 VO vor­ge­schrie­be­ne Noti­fi­zie­rung ist bis auf wei­te­res bei jeder ein­zel­nen Aus­fuhrsen­dung erneut erfor­der­lich. Dem­nach ist die Bezug­nah­me auf eine bereits (mit Noti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren) in Anspruch genom­me­ne Aus­nah­me­re­ge­lung auch dann nicht zuläs­sig, wenn auf den­sel­ben Alt­ver­trag Bezug genom­men wird.

Bis zum Vor­lie­gen eines Vor­drucks kann die Noti­fi­zie­rung für Alt­ver­trä­ge auf Basis einer Vor­aban­mel­dung (Ein­zel­mit­tei­lung) form­los per Fax erfol­gen, muss jedoch fol­gen­de Min­destan­ga­ben ent­hal­ten:

Noti­fi­zie­rung für Alt­ver­trä­ge nach Art. 10 der Ver­ord­nung (EU) Nr. 961/​2010 auf Basis einer Vor­aban­mel­dung
Der Aus­füh­rer /​Anmel­der erklärt rechts­ver­bind­lich, dass die nach­ste­hend beschrie­be­ne Sei­te 3 Aus­fuhrsen­dung auf­grund der Aus­nah­me­re­ge­lung nach Arti­kel 10 der Ver­ord­nung (EU) Nr. 961/​2010 (Alt­ver­trag vor dem 26. Juli 2010) kei­nen Ver­bo­ten und Beschrän­ken nach der Iran-VO unter­liegt:

  • Aus­füh­rer:
    TIN des Aus­füh­rers:
  • Anmel­der:
    TIN des Anmel­ders:
  • Emp­fän­ger:
  • Num­mer des Alt­ver­trags:
  • Datum des Alt­ver­trags:
  • Kenn­num­mer der Aus­fuhrsen­dung:
  • Bezugs­num­mer der Sen­dung (optio­nal):
  • Bezeich­nung der Aus­fuhr­wa­ren:
  • Sta­tis­ti­sche Waren­num­mer:
  • Waren­wert:
  1. ABL EU Nr. L 281 S. 1[]