Steuerliche Behandlung von „Expatriates”

Län­ger­fris­tig in das Aus­land ent­sand­te Arbeit­neh­mern („Expa­tria­tes“) stel­len die Miet­auf­wen­dun­gen für ihre Woh­nung am aus­län­di­schen Arbeits­platz nicht als Wer­bungs­kos­ten dar.

Steuerliche Behandlung von „Expatriates”

In einem vom Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf ent­schie­de­nen Fall war ein in einem inlän­di­schen Kon­zern beschäf­tig­ter Arbeit­neh­mer zunächst für drei Jah­re, spä­ter für ins­ge­samt sechs Jah­re im Aus­land für eine dort ansäs­si­ge Toch­ter­ge­sell­schaft tätig. Sein Gehalt bezog er von der aus­län­di­schen Toch­ter­ge­sell­schaft und zum Teil auch unter Anrech­nung des aus­län­di­schen Gehalts von der inlän­di­schen Mut­ter­ge­sell­schaft. Der Arbeit­neh­mer zog mit­samt sei­ner Fami­lie für den Ent­sen­dungs­zeit­raum ins Aus­land, behielt im Inland aber die bis­he­ri­ge Woh­nung bei. Es kam mit dem Finanz­amt zum Streit dar­über, ob und in wel­chem Umfang der Arbeit­neh­mer die Miet­auf­wen­dun­gen für die aus­län­di­sche Woh­nung und die Auf­wen­dun­gen für die arbeits­täg­li­chen Fahr­ten zwi­schen der Woh­nung und der Tätig­keits­stät­te im Aus­land steu­er­lich abset­zen kann.

Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf hielt die Miet­auf­wen­dun­gen im Aus­land für steu­er­lich nicht berück­sich­ti­gungs­fä­hig. Da der Arbeit­neh­mer mit­samt der Fami­lie ins Aus­land ver­zo­gen sei, lie­ge weder eine Aus­wärts­tä­tig­keit noch eine dop­pel­te Haus­halts­füh­rung vor. Der Lebens­mit­tel­punkt des Arbeit­neh­mers habe am Beschäf­ti­gungs­ort gele­gen. Aus die­sem Grund könn­ten auch die im Aus­land durch­ge­führ­ten Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Arbeits­stät­te nur nach den Grund­sät­zen der soge­nann­ten Ent­fer­nungs­pau­scha­le mit 0,30 € je Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter steu­er­lich gel­tend gemacht wer­den. Die Anwen­dung der Dienst­rei­se­pau­scha­le von 0,30 € je gefah­re­nen Kilo­me­ter sei nicht mög­lich.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 14. Janu­ar 2013 — 11 K 318011 E