Überprüfungen im Warenverkehr mit Somalia

Die Euro­päi­sche Uni­on ver­schärft die Kon­trol­le von Waren­lie­fe­run­gen aus und nach Soma­lia.

Überprüfungen im Warenverkehr mit Somalia

Bereits mit der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1472003 des Rates wur­de das all­ge­mei­ne Ver­bot ver­hängt, tech­ni­sche Bera­tung, Unter­stüt­zung, Aus­bil­dung, Finan­zie­run­gen oder finan­zi­el­le Hil­fe im Zusam­men­hang mit mili­tä­ri­schen Akti­vi­tä­ten für Per­so­nen, Orga­ni­sa­tio­nen oder Ein­rich­tun­gen in Soma­lia bereit­zu­stel­len. In sei­ner Reso­lu­ti­on 1907 (2009) for­dert der Sicher­heits­rat der Ver­ein­ten Natio­nen die Mit­glied­staa­ten auf, alle Ladun­gen auf dem Weg nach oder aus Soma­lia zu über­prü­fen, falls sie Grund zu der Annah­me haben, dass die Ladung Gegen­stän­de ent­hält, die nach den Zif­fern 5 und 6 die­ser Reso­lu­ti­on oder nach dem all­ge­mei­nen und voll­stän­di­gen Waf­fen­em­bar­go gegen Soma­lia ver­bo­ten sind, um eine strik­te Ein­hal­tung die­ser Vor­schrif­ten sicher­zu­stel­len. Der Beschluss 2010/​231/​GASP des Rates schließ­lich sieht die Über­prü­fung bestimm­ter Ladun­gen auf dem Weg nach oder aus Soma­lia vor, und für Flug­zeu­ge und Schif­fe, die Ladung nach oder aus Soma­lia beför­dern, gilt die Pflicht einer zusätz­li­chen Vor­aban­mel­dung aller Güter, die in die Uni­on ver­bracht wer­den oder die­se ver­las­sen. Die­se Anga­ben sind nach den für sum­ma­ri­sche Ein­gangs- und Aus­gangs­an­mel­dun­gen gel­ten­den Vor­schrif­ten der Ver­ord­nung (EWG) Nr. 291392 des Rates vom 12. Okto­ber 1992 zur Fest­le­gung des Zoll­ko­dex der Gemein­schaf­ten bereit­zu­stel­len.

Der EU-Minis­ter­rat hat nun die­se Vor­ga­ben durch eine Ände­rung der Soma­lia-Embar­go-Ver­ord­nung (EG) Nr. 1472003 nach­voll­zo­gen. Um die strik­te Umset­zung die­ser restrik­ti­ven Maß­nah­men gegen­über Soma­lia sicher­zu­stel­len, sind nun­mehr den zustän­di­gen Behör­den des betref­fen­den Mit­glied­staats für alle Güter, die aus Soma­lia in das Zoll­ge­biet der Uni­on ver­bracht wer­den oder aus dem Zoll­ge­biet der Uni­on nach Soma­lia ver­bracht wer­den, Vor­ab­infor­ma­tio­nen über Ein­tref­fen oder Abgang der Güter zu über­mit­teln. Die Vor­schrif­ten über die Ver­pflich­tung zur Über­mitt­lung von Vor­ab­infor­ma­tio­nen über Ein­tref­fen oder Abgang der Güter, ins­be­son­de­re in Bezug auf die Per­son, die die­se Infor­ma­tio­nen bereit­stellt, die ein­zu­hal­ten­den Fris­ten und die erfor­der­li­chen Anga­ben, ent­spre­chen den ein­schlä­gi­gen Bestim­mun­gen über sum­ma­ri­sche Ein­gangs- und Aus­gangs­an­mel­dun­gen sowie Zollan­mel­dun­gen im Zoll­ko­dex und in der Zoll­ko­dex-Durch­füh­rungs­ver­ord­nung. Außer­dem hat die Per­son, die die­se Infor­ma­tio­nen bereit­stellt, zu erklä­ren, ob die Güter unter die Gemein­sa­me Mili­tär­gü­ter­lis­te der Euro­päi­schen Uni­on fal­len, und, falls die Aus­fuhr der Güter geneh­mi­gungs­pflich­tig ist, die in der erteil­ten Aus­fuhr­ge­neh­mi­gung ent­hal­te­nen Ein­zel­hei­ten anzu­ge­ben.

Bis zum 31. Dezem­ber 2010 kön­nen die sum­ma­ri­schen Ein­gangs- und Aus­gangs­an­mel­dun­gen sowie die in die­sem Arti­kel genann­ten erfor­der­li­chen zusätz­li­chen Anga­ben schrift­lich mit Hil­fe von Geschäfts‑, Hafen- oder Beför­de­rungs­un­ter­la­gen vor­ge­legt wer­den, sofern die­se die erfor­der­li­chen Ein­zel­hei­ten ent­hal­ten. Ab 1. Janu­ar 2011 sind die erfor­der­li­chen zusätz­li­chen Anga­ben ent­we­der schrift­lich oder gege­be­nen­falls unter Ver­wen­dung einer Zollan­mel­dung vor­zu­le­gen.