Das Ursprungszeugnis im Außenhandel

Wer Außen­han­del betrei­ben möch­te, aber kei­ner­lei recht­li­che Erfah­rung hat was das angeht, der soll­te sich zunächst Hil­fe holen, denn ein Export in ein ande­res Land ist auf jeden Fall mit viel Auf­wand ver­bun­den. Neben den Zoll- Bestim­mun­gen muss man sich infor­mie­ren, wel­che Ansprü­che das Ziel­land an die impor­tier­ten Waren hat. Dabei kann z.B. ein soge­nann­tes Ursprungs­zeug­nis ver­langt wer­den. Das ist eine Beschei­ni­gung, dass das Pro­dukt voll­stän­dig in die­sem Land her­ge­stellt wur­de oder dass das Unter­neh­men aus die­sem Land die „letz­te wesent­li­che Be- oder Ver­ar­bei­tung“ vor­ge­nom­men hat.

Das Ursprungszeugnis im Außenhandel

Ob ein Ursprungs­zeug­nis ver­langt wird oder nicht, das hängt von den jewei­li­gen Bestim­mun­gen des Ziel­lan­des ab. Dabei wird unter­schie­den zwi­schen nicht-prä­fe­ren­ti­el­len Ursprungs­zeug­nis­sen (die­se wer­den nor­ma­ler­wei­se aus­ge­stellt) und prä­fe­ren­ti­el­len Ursprungs­zeug­nis­sen. Die­se Unter­schei­dung macht eine Aus­sa­ge dar­über, ob das Pro­dukt Gegen­stand eines Frei­han­dels­ab­kom­mens ist und den Ansprü­chen des Abkom­mens gerecht wird. Ursprungs­zeug­nis­se sind beson­ders in der Agrar-Poli­tik ein wich­ti­ges Rechts­mit­tel.

Wofür steht das Ursprungszeugnis?

Ein Ursprungs­zeug­nis beschei­nigt nicht nur, dass die Ware in dem ent­spre­chen­den Land her­ge­stellt wur­de, son­dern bestä­tigt auch, dass eini­ge staat­li­che Anfor­de­run­gen des Ziel­lan­des sowie pri­vat­recht­li­che Ver­pflich­tun­gen des Erzeu­gers erfüllt wer­den.

Nicht-prä­fe­ren­ti­el­le Ursprungs­zeug­nis­se wer­den aus han­dels­po­li­ti­scher Sicht vor allem ver­wen­det, um Waren­strö­me zu kon­trol­lie­ren und Anti-Dum­ping-Maß­nah­men durch­zu­set­zen. In der Kon­trol­le der Ware, die ins Inland gelangt, ver­kör­pern sie ein wich­ti­ges Mit­tel, um Ein­fuhr-Men­gen zu beschrän­ken oder Han­dels­em­bar­gos, die für bestimm­te Län­der gel­ten, durch­zu­set­zen.

Auf der ande­ren Sei­te stellt das Ursprungs­zeug­nis immer noch ein Qua­li­täts­merk­mal dar. Der Her­stel­ler kommt zum einen dem Wunsch des Kun­den nach, der ein bestimm­tes Pro­dukt aus einem bestimm­ten Land kau­fen möch­te. Mit einem Ursprungs­zeug­nis kann der Her­stel­ler einen recht­lich aner­kann­ten Beweis lie­fern, dass das Pro­dukt auch wirk­lich in die­sem Land her­ge­stellt wur­de. Das bedeu­tet unter ande­rem, dass der Her­stel­ler das Pro­dukt gewis­sen Qua­li­täts­kon­trol­len, wie z.B. der Werk­stoff- oder Sicht­prü­fung durch ein exter­nes Unter­neh­men wie TechnoMix.eu unter­zo­gen hat. Durch eine kon­ti­nu­ier­li­che Qua­li­täts­si­che­rung in einem Land sind Ursprungs­nach­wei­se schon zu einem gewis­sen Mar­ken-Cha­rak­ter auf­ge­stie­gen. Der Nach­weisMade in Ger­ma­ny“ steht bei­spiels­wei­se für robus­te und lang­le­bi­ge Pro­duk­te.

Welche Vorteile habe ich mit einem Ursprungszeugnis?

Wenn das Ziel­land ein Ursprungs­zeug­nis ver­langt, dann stellt das Ursprungs­zeug­nis einen wich­ti­gen Schritt in der Abwick­lung der Trans­ak­ti­on dar, da ein Han­del ohne es nicht mög­lich wäre. Wenn jedoch keins ver­langt wird, dann wird ein nicht-prä­fe­ren­ti­el­les Ursprungs­zeug­nis kei­ne Vor­tei­le beim Zoll brin­gen. Ein prä­fe­ren­ti­el­les Ursprungs­zeug­nis dage­gen beschei­nigt, dass das Pro­dukt einem bestimm­ten Han­dels­ab­kom­men und des­sen Anfor­de­run­gen ent­spricht und damit Zoll­be­frei­ung oder Zoll­sen­kung erreicht wird. Neben prä­fe­ren­ti­el­len Ursprungs­zeug­nis­sen haben Waren­ver­kehrs­be­schei­ni­gun­gen eben­falls eine redu­zie­ren­de Wir­kung auf Zöl­le und Abga­ben.