Der Zoll und Reisen außerhalb der EU

Bei Ein­fuh­ren aus Staa­ten, die nicht der EU ange­hö­ren, (den so genann­ten „Dritt­län­dern”) fal­len Steu­ern und Zöl­le an, eine zoll- und steu­er­freie Ein­fuhr ist nur mög­lich bei inner­halb der Rei­se­frei­gren­zen mit­ge­brach­ten Waren. Glei­ches gilt auch für bestimm­te Son­der­ge­bie­te wie Hel­go­land oder die Kana­ri­schen Inseln, die­se Gebie­te gel­ten, obwohl sie zur EU gehö­ren, eben­falls als Dritt­lands­ge­bie­te. Dem­ge­mäß kann der Zoll auch das mit­ge­führ­te Gepäck kon­trol­lie­ren. Soweit erfor­der­lich dürf­ten auch die Waren geprüft und in dem daf¨r uner­läss­li­chen Umfang auch Mus­tern und Pro­ben ent­nom­men wer­den.

Der Zoll und Reisen außerhalb der EU

Wel­che Waren kön­nen nun abga­ben­frei ein­ge­führt wer­den?
Grund­sätz­lich gilt: Abga­ben­frei sind nur die Waren, die Sie

  • inner­halb der Rei­se­frei­gren­zen und
  • unter Beach­tung bestimm­ter wei­te­rer Vor­aus­set­zun­gen

ein­füh­ren. Bei Vor­lie­gen der wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen sind fol­gen­de Waren­men­gen im Rei­se­ver­kehr aus Dritt­län­dern ein­fuhr­ab­ga­ben­frei:

Tabakwaren:

(Min­dest­al­ter: 17 Jah­re)

  • 200 Ziga­ret­ten oder
  • 100 Ziga­ril­los oder
  • 50 Zigar­ren oder
  • 250 Gramm Rauch­ta­bak oder
  • eine antei­li­ge Zusam­men­stel­lung die­ser Waren

Alkohol und alkoholhaltige Getränke:

(Min­dest­al­ter: 17 Jah­re)

  • 1 l Spi­ri­tuo­sen mit einem Alko­hol­ge­halt von mehr als 22 % vol (oder unver­gäll­ter Ethyl­al­ko­hol mit einem Alko­hol­ge­halt von 80 % vol oder mehr) oder
  • 2 l Spi­ri­tuo­sen, Ape­ri­tifs aus Wein oder Alko­hol, Taf­fia, Sake oder ähn­li­che Geträn­ke mit einem Alko­hol­ge­halt von 22 % vol oder weni­ger, oder
  • 2 l Schaum­wei­ne oder Likör­wei­ne, oder
  • eine antei­li­ge Zusam­men­stel­lung die­ser Waren,

und

  • 2 l nicht schäu­men­de Wei­ne

Kaffee:

(Min­dest­al­ter: 15 Jah­re)

  • 500 g Röst­kaf­fee oder
  • 200 g lös­li­cher Kaf­fee

Parfüm und Eau de Toilette:

  • 50 g Par­füm und
  • 0,25 l Eau de Toi­let­te

Arzneimittel:

  • die dem per­sön­li­chen Bedarf des Rei­sen­den ent­spre­chen­de Men­ge

Treibstoff:

  • der Inhalt des PKW-Tanks und
  • 10 l in Reser­ve­ka­nis­tern

Der Treib­stoff darf abga­ben­fei nur in dem Fahr­zeug ver­wen­det wer­den, mit dem er ein­ge­führt wor­den ist.

Andere Waren:

  • bis zu einem Waren­wert von 175,- € (Regel-Frei­be­trag)
  • nicht für Gold­le­gie­run­gen und ‑plat­tie­run­gen in unbe­ar­bei­te­ten Zustand oder als Halb­zeug
  • Bei Über­schrei­ten des Frei­be­tra­ges mit einer unteil­ba­ren Ware ist der gesam­te Waren­wert ein­fuhr­ab­ga­ben­pflich­tig!

Inner­halb die­ser Rei­se­frei­gren­zen kön­nen Sie Waren zoll- und steu­er­frei ein­füh­ren, wenn Sie fol­gen­de wei­te­re Vor­aus­set­zun­gen beach­ten:

  • Sie müs­sen die Waren selbst mit­füh­ren.
    Eine Befrei­ung von Ein­fuhr­ab­ga­ben erhal­ten Sie nur für Waren, die Sie selbst mit­füh­ren, also etwa nicht für Waren, die Sie mit der Post an Ihre Hei­mat­adres­se schi­cken. Rei­sen Sie zu meh­re­ren Per­so­nen mit gemein­sa­men Gepäck, so kann jeder Rei­sen­de für sich die Rei­se­frei­gren­ze nur dann in Anspruch neh­men, wenn alle die Zoll­ab­fer­ti­gung gleich­zei­tig pas­sie­ren.
  • Nur zum per­sön­li­chen Ge- oder Ver­brauch.
    Befrei­ung von Ein­fuhr­ab­ga­ben ist nur mög­lich für Waren, die aus­schließ­lich zu Ihrem per­sön­li­chen Gebrauch bzw. Ver­brauch, für Ihren Haus­halt oder als Geschenk bestimmt sind.
  • Nur ein­mal je Rei­se.
    Die Rei­se­frei­gren­zen erhal­ten Sie grund­sätz­lich bei jeder Ein­rei­se aus dem Dritt­land, d.h. aus einem nicht der EU ange­hö­ren­dem Land. Aller­dings muss jede Rei­se für sich abge­schlos­sen sein, also wie­der zum inlän­di­schen Wohn­ort oder zur Unter­kunft am Urlaubs­ort zurückf¨hren. Dies bedeu­tet, dass auch bei mehr­ma­li­gen, auf­ein­an­der fol­gen­den Grenz­über­trit­ten mit jeweils neu­en Ein­käu­fen nur ein­mal die Rei­se­frei­gren­ze in Anspruch genom­men wer­den darf.

Im All­ge­mei­nen geht der Zoll ohne beson­de­ren Nach­weis davon aus, dass die­se Vor­aus­set­zun­gen vor­lie­gen. Wenn dage­gen der Zoll auf­grund bestimm­ter Umstän­den der Ein­fuhr ver­mu­tet, dass die Ein­fuhr aus geschäft­li­chen Grün­den erfolgt, obliegt es Ihnen, das Vor­lie­gen die­ser Vor­aus­set­zun­gen im ein­zel­nen zu bewei­sen, andern­falls müs­sen Sie Ein­fuhr­ab­ga­ben ent­rich­ten. Dies ist z.B. dann denk­bar, wenn die Rei­se­frei­gren­zen mehr­fach inner­halb einer kur­zen Zeit in Anspruch genom­men wer­den oder Waren, die im Rah­men der Wert­gren­ze abga­ben­frei wären, in sol­chen Men­gen ein­ge­führt wer­den, die den Eigen­be­darf des Rei­sen­den offen­sicht­lich über­stei­gen.

Dar­über hin­aus gel­tend die­se Bestim­mun­gen nicht für Bewoh­ner grenz­na­her Gemein­den zu Dritt­län­dern, für Grenz­ar­beit­neh­mer sowie für Per­so­nen, die beruf­lich auf gewerb­lich ein­ge­setz­ten Beför­de­rungs­mit­teln tätig sind. Für die­se Per­so­nen­grup­pen gel­ten viel­mehr beson­de­re Bestim­mun­gen.

  1. ABl.EU Nr. C 215 vom 21. Juli 2011