Kaufrecht in Griechenland

Das Kaufrecht findet sich in Griechenland im Zivilgesetzbuch. Da Griechenland die EU-Richtlinie über den Verbrauchsgüterkauf vollständig umgesetzt hat und dies auch gleichzeitig zum Anlass genommen hat, sein Kaufrecht insgesamt diesen Regelungen anzupassen, entsprechen die griechischen Regeln beim Kauf in weiten Bereichen inhaltlich denen des deutschen Kaufrechts.

Kaufrecht in Griechenland [content_table tag=“h3″]

Gewährleistung[↑]

Nach griechischem Recht hat der Verkäufer für die Mangelfreiheit der Kaufsache bei Übergabe sowie für das Vorliegen zugesicherter Eigenschaften einzustehen. Soweit ein Mangel innerhalb von sechs Monaten nach Übergabe auftritt, wird gesetzlich vermutet, dass der Mangel bereits bei Übergabe vorlag. Die Gewährleistung ist dagegen ausgeschlossen, wenn der Käufer den Mangel bei Vertragsschluss kannte.

Wenn den Verkäufer eine Gewährleistungspflicht trifft, kann der Käufer entweder

  • Nachbesserung oder Ersatzlieferung verlangen,
  • den Vertrag wandeln oder
  • eine Minderung des Kaufpreises verlangen.
  • Schadensersatz

verlangen.

Die Gewährleistung kann vom Käufer nur innerhalb bestimmter Fristen geltend gemacht werden. So verjähren Gewährleistungsansprüche in zwei Jahren nach Übergabe der Kaufsache, bei unbeweglichen Sachen in fünf Jahren.

Eigentumsvorbehalt[↑]

Nach griechischem Recht kann sich der Verkäufer das Eigentum an der verkauften Sache vorbehalten, bis der Käufer den Kaufpreis vollständig bezahlt hat. Der Eigentumsvorbehalt muss bei Vertragsschluss ausdrücklich schriftlich vereinbart werden. Eine entsprechende Bestimmung in Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) reicht nicht. Der Eigentumsvorbehalt schützt allerdings nicht vor einem gutgläubigen Erwerb durch Dritte.

UN-Kaufrecht[↑]

Das CISG (Übereinkommen der Vereinten Nationen über Verträge über den internationalen Warenkauf vom 11.4.1980) wurde von Griechenland ratifiziert und ist dort seit 1999 geltendes Recht.