Unga­ri­sche Vor­steu­er­gut­ha­ben

Nach den unga­ri­schen Umsatz­steu­er-Vor­schrif­ten kön­nen Steu­er­pflich­ti­ge den Umsatz­steu­er­über­schuss, der sich dar­aus ergibt, dass der Betrag der abzugs­fä­hi­gen Vor­steu­er den Betrag der für einen Steu­er­zeit­raum zu ent­rich­ten­den Umsatz­steu­er über­steigt, wahl­wei­se auf den nach­fol­gen­den Steu­er­zeit­raum vor­tra­gen oder die sofor­ti­ge Erstat­tung bean­tra­gen. Die Erstat­tung des über­schüs­si­gen Betrags kann jedoch nicht für ein­ge­kauf­te Vor­leis­tun­gen bean­tragt wer­den, für die der Steu­er­pflich­ti­ge noch kei­ne Zah­lung geleis­tet hat. Infol­ge­des­sen müs­sen Steu­er­pflich­ti­ge, deren Steu­er­erklä­run­gen durch­weg „Über­schüs­se“ auf­wei­sen, de fac­to die über­schüs­si­ge Vor­steu­er auf den nächs­ten Steu­er­zeit­raum vor­tra­gen.

Unga­ri­sche Vor­steu­er­gut­ha­ben

Nach Auf­fas­sung der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on ver­stößt die­se Rege­lung gegen Arti­kel 183 der MwSt-Richt­li­nie, wonach in Fäl­len, in denen der Betrag der abge­zo­ge­nen Vor­steu­er den Betrag der für einen Steu­er­zeit­raum geschul­de­ten Mehr­wert­steu­er über­steigt, die Mit­glied­staa­ten den Über­schuss ent­we­der nach den von ihnen fest­ge­leg­ten Ein­zel­hei­ten erstat­ten oder auf den fol­gen­den Zeit­raum vor­tra­gen las­sen kön­nen.

Ungarn hat trotz Auf­for­de­rung durch die Kom­mis­si­on [1], bei Vor­steu­er­erstat­tun­gen den Grund­satz der Steu­erneu­tra­li­tät zu wah­ren, inner­halb der fest­ge­setz­ten Frist kei­ne Maß­nah­men getrof­fen, um sei­ne Rechts­vor­schrif­ten ent­spre­chend der Auf­for­de­rung der Kom­mis­si­on zu ändern. Daher hat die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on nun­mehr beschlos­sen beim Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on eine Ver­trags­ver­let­zungs­kla­ge gegen Ungarn ein­zu­rei­chen.

  1. IP/​09/​1463[]