Warenpräferenzen für AKP-Staaten

Im EU-Amts­blatt wur­de eine neue Ver­ord­nung ver­kün­det mit Durch­füh­rungs­be­stim­mun­gen zu den Rege­lun­gen der Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men oder der zu Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men füh­ren­den Abkom­men für Waren mit Ursprung in bestimm­ten Staa­ten, die zur Grup­pe der Staa­ten Afri­kas, des kari­bi­schen Raums und des Pazi­fi­schen Oze­ans (AKP) gehö­ren.

Warenpräferenzen für AKP-Staaten

Nach dem am 23. Juni 2000 in Coto­nou geschlos­se­ne­nen AKP-EG-Part­ner­schafts­ab­kom­men sol­len spä­tes­tens zum 1. Janu­ar 2008 Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men (WPA) in Kraft tre­ten. Das AKP-EG-Part­ner­schafts­ab­kom­men sieht vor, dass die Han­dels­re­ge­lun­gen nach Anhang V die­ses Abkom­mens bis 31. Dezem­ber 2007 auf­recht­erhal­ten wer­den. Seit 2002 ver­han­delt die EU über Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men mit der Grup­pe der AKP-Staa­ten, und zwar mit den sechs Regio­nen Kari­bik, Zentralafrika,Östliches und Süd­li­ches Afri­ka, Pazi­fi­sche Insel­staa­ten, Ent­wick­lungs­ge­mein­schaft des süd­li­chen Afri­ka und West­afri­ka. In einem ers­ten Schritt kön­nen die Ver­hand­lun­gen über die zu Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men füh­ren­den Abkom­men mit min­des­tens WTO­kom­pa­ti­blen Rege­lun­gen über den Waren­ver­kehr im Ein­klang mit den Pro­zes­sen der regio­na­len wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Inte­gra­ti­on abge­schlos­sen wer­den, die so bald wie mög­lich durch voll­stän­di­ge Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men zu ergän­zen sind.

Die Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men oder die zu Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men füh­ren­den Abkom­men, für die die Ver­hand­lun­gen bereits abge­schlos­sen sind, sehen vor, dass die Ver­trags­par­tei­en, soweit mach­bar, Schrit­te zur Anwen­dung des Abkom­mens vor der vor­läu­fi­gen gegen­sei­ti­gen Anwen­dung unter­neh­men kön­nen. Es ist daher nach Ansicht der EU ange­zeigt, Maß­nah­men zur Anwen­dung der Abkom­men auf der Grund­la­ge die­ser Bestim­mun­gen zu tref­fen. Die in die­ser jetzt ver­kün­de­ten Ver­ord­nung ent­hal­te­nen Bestim­mun­gen sol­len daher zunäcsht für eine Über­gangs­zeit gel­ten, sie sind, soweit erfor­der­lich, nach Maß­ga­be der Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men oder der zu Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men füh­ren­den Abkom­men zu ändern, sobald die­se Abkom­men unter­zeich­net und gemäß Arti­kel 300 des Ver­trags abge­schlos­sen sind und ent­we­der vor­läu­fig ange­wandt wer­den oder in Kraft sind. Die Rege­lun­gen sind gänz­lich oder teil­wei­se zu been­den, wenn die frag­li­chen Abkom­men nicht inner­halb eines ange­mes­se­nen Zeit­raums in Kraft tre­ten, nach Maß­ga­be des Wie­ner Über­ein­kom­mens über das Recht der Ver­trä­ge.

In Bezug auf die Ein­fuh­ren in die Gemein­schaft soll­ten die Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men oder die zu Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men füh­ren­den Abkom­men die Gewäh­rung des zoll- und kon­tin­gent­frei­en Zugangs zum Gemein­schafts­markt für alle Waren außer Waf­fen vor­se­hen. In die­sem Zusam­men­hang gel­ten Über­gangs­fris­ten und ‑rege­lun­gen für bestimm­te emp­find­li­che Waren und Son­der­re­ge­lun­gen für die fran­zö­si­schen über­see­ischen Depar­te­ments. Auf­grund der beson­de­ren Situa­ti­on Süd­afri­kas soll­ten für Waren mit Ursprung in Süd­afri­ka wei­ter­hin die Bestim­mun­gen des Abkom­mens über Han­del, Ent­wick­lung und Zusam­men­ar­beit zwi­schen der Euro­päi­schen Gemein­schaft und ihren Mit­glieds­staa­ten einer­seits und Süd­afri­ka ande­rer­seits (”TDCA”) gel­ten, solan­ge bis ein Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men oder ein zu einem Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men füh­ren­des Abkom­men zwi­schen der Gemein­schaft und Süd­afri­ka in Kraft tritt.

Für die am wenigs­ten ent­wi­ckel­ten Län­der, die zu den AKP-Staa­ten gehö­ren, ist es nach Ansicht der EU emp­feh­lens­wert, ihre künf­ti­gen Han­dels­be­zie­hun­gen zur Gemein­schaft auf Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men zu stüt­zen anstatt auf die Son­der­re­ge­lun­gen für die am wenigs­ten ent­wi­ckel­ten Län­der, die in der Ver­ord­nung (EG) Nr. 9802005 des Rates vom 27. Juni 2005 über ein Sche­ma all­ge­mei­ner Zoll­prä­fe­ren­zen fest­ge­legt sind. Um eine sol­che Ent­wick­lung zu för­dern, soll­te dafür gesorgt wer­den, dass die­je­ni­gen die­ser Län­der, die Ver­hand­lun­gen über Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men oder zu Wirt­schafts­part­ner­schafts­ab­kom­men füh­ren­de Abkom­men abge­schlos­sen haben und die Rege­lun­gen nach die­ser Ver­ord­nung in Anspruch neh­men kön­nen, wei­ter­hin für einen begrenz­ten Zeit­raum die Son­der­re­ge­lun­gen für die am wenigs­ten ent­wi­ckel­ten Län­der nach der Ver­ord­nung (EG) Nr. 9802005 für die Waren in Anspruch neh­men kön­nen, für die die Über­gangs­re­ge­lun­gen in die­ser Ver­ord­nung weni­ger vor­teil­haft sind.

Für Ein­fuh­ren nach die­ser Ver­ord­nung soll­ten für einen Über­gangs­zeit­raum die in Anhang II die­ser Ver­ord­nung auf­ge­führ­ten Ursprungs­re­geln gel­ten. An die Stel­le die­ser Regeln soll­ten die Regeln im Anhang der mit den in Anhang I auf­ge­führ­ten Regio­nen oder Staa­ten geschlos­se­nen Abkom­men tre­ten, sobald die betref­fen­den Abkom­men vor­läu­fig ange­wandt wer­den oder in Kraft tre­ten, je nach­dem, wel­cher Zeit­punkt frü­her liegt.

Es ist not­wen­dig, die Möglichkeit vor­zu­se­hen, bei Ver­wei­ge­rung der Ver­wal­tungs­zu­sam­men­ar­beit, Unre­gel­mä­ßig­kei­ten oder Betrug die in die­ser Ver­ord­nung fest­ge­schrie­be­nen Rege­lun­gen vor­über­ge­hend aus­zu­set­zen. Über­mit­telt ein Mit­glied­staat der Kom­mis­si­on Infor­ma­tio­nen über einen mög­li­chen Betrug oder eine mög­li­che Ver­wei­ge­rung der Ver­wal­tungs­zu­sam­men­ar­beit, so soll­ten die ein­schlä­gi­gen gemein­schafts­recht­li­chen Vor­schrif­ten zur Anwen­dung kom­men, ins­be­son­de­re die Ver­ord­nung (EG) Nr. 51597 des Rates vom 13. März 1997 über die gegen­sei­ti­ge Amts­hil­fe zwi­schen Ver­wal­tungs­be­hör­den der Mit­glied­staa­ten und die Zusam­men­ar­beit die­ser Behör­den mit der Kom­mis­si­on im Hin­blick auf die ord­nungs­ge­mä­ße Anwen­dung der Zoll- und der Agrar­re­ge­lung.

Des­wei­te­re wur­den in die Ver­ord­nung Über­gangs­re­ge­lun­gen für Zucker und Reis auf­ge­nom­men und dar­in beson­de­re vor­über­ge­hen­de Schutz­maß­nah­men und Über­wa­chungs­me­cha­nis­men vor­ge­se­hen, die nach Aus­lau­fen der Über­gangs­re­ge­lun­gen gel­ten. Im Zusam­men­hang mit den Über­gangs­re­ge­lun­gen für Zucker gemäß dem Beschluss 2007/​627/​EG des Rates (4) läuft das Pro­to­koll Nr. 3 betref­fend AKP-Zucker, das dem Anhang V des AKP-EG-Part­ner­schafts­ab­kom­mens bei­gefügt ist, zum 1. Okto­ber 2009 aus.

Bei Aus­lau­fen des Pro­to­koll Nr. 3 betref­fend AKP-Zucker soll­ten ange­sichts der beson­de­ren Emp­find­lich­keit des Zucker­markts für die­se Ware Über­gangs­maß­nah­men erlas­sen wer­den. Gleich­zei­tig ist es ange­bracht, beson­de­re vor­über­ge­hen­de Über­wa­chungs- und Schutz­maß­nah­men für bestimm­te ver­ar­bei­te­te land­wirt­schaft­li­che Erzeug­nis­se zu erlas­sen, die einen hohen Zucker­ge­halt haben kön­nen und gehan­delt wer­den könn­ten, um die vor­über­ge­hen­den beson­de­ren Schutz­maß­nah­men für Zucker­ein­fuh­ren in die Gemein­schaft zu umge­hen.

Schließ­lich ent­hält die Ver­ord­nung auch Bestim­mun­gen für all­ge­mei­ne Schutz­maß­nah­men für die unter die­se Ver­ord­nung fal­len­den Waren. Ange­sichts der beson­de­ren Emp­find­lich­keit land­wirt­schaft­li­cher Erzeug­nis­se soll­ten bila­te­ra­le Schutz­maß­nah­men ergrif­fen wer­den kön­nen, wenn Ein­fuh­ren Stö­run­gen der Märkte für die betref­fen­den Erzeug­nis­se oder Stö­run­gen der die­se Märk­te regu­lie­ren­den Mecha­nis­men her­vor­ru­fen oder her­vor­zu­ru­fen dro­hen.