Anmeldepflicht für Barmittel ab 10.000 €?

Ab heu­te müs­sen Rei­sen­de mit­ge­führ­te Bar­mit­tel in Höhe von 10.000 € oder mehr bei der Ein­rei­se in die Euro­päi­sche Uni­on oder Aus­rei­se aus der EU anmel­den. Alle Rei­sen­den trifft damit erst­mals eine Anmel­de­pflicht, die eigen­stän­dig und ohne Auf­for­de­rung erfüllt wer­den muss.

Anmeldepflicht für Barmittel ab 10.000 €?

In der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ist die Anmel­dung grund­sätz­lich bei der Zoll­stel­le schrift­lich abzu­ge­ben, über die in die EU ein- oder aus­ge­reist wird. Anzu­ge­ben sind dabei ins­be­son­de­re:

  • der mit­ge­führ­te Betrag und die Art der Bar­mit­tel (Bar­geld, Schecks, Rei­se­schecks, Zah­lungs­an­wei­sun­gen, Sola­wech­sel, Akti­en, Schuld­ver­schrei­bun­gen und fäl­li­ge Zins­schei­ne),
  • die Per­so­na­li­en des Anmel­de­pflich­ti­gen,
  • die Per­so­na­li­en des Eigen­tü­mers,
  • die Per­so­na­li­en des Emp­fän­gers,
  • der Ver­wen­dungs­zweck der Bar­mit­tel und
  • die Her­kunft der Bar­mit­tel.

Bei der Berech­nung, ob der Schwel­len­wert von 10.000,- € über­schrit­ten wird, ist der Gesamt­wert der von einer Per­son mit­ge­führ­ten Bar­mit­tel maß­ge­bend. Bei der Umrech­nung aus­län­di­scher Wäh­run­gen wird dabei der jewei­li­ge Geld­kurs am Tag der Ein- oder Aus­rei­se zugrun­de gelegt.

Ein Ver­stoß gegen die Anmel­de­pflicht durch Nicht- oder Falschan­mel­dung stellt eine buß­geld­be­wehr­te Ord­nungs­wid­rig­keit nach § 31 b Zoll­ver­wal­tungs­ge­setz dar.

Die Anmel­de­pflicht an den EU-Außen­gren­zen beruht auf der Ver­ord­nung (EG) Nr. 18892005 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 26. Okto­ber 2005, mit der die in den Mit­glied­staa­ten bis­her prak­ti­zier­ten Ver­fah­ren der Über­wa­chung des Ver­kehrs mit Finanz­mit­teln nun­mehr an den Außen­gren­zen der EU ver­ein­heit­licht wer­den. Ziel der Anmel­de­pflicht an den EU-Außen­gren­zen und deren Kon­trol­le durch die zustän­di­gen Behör­den (in der Regel die Zoll­be­hör­de) ist es nach der Begrün­dung zu die­ser EU-Ver­ord­nung,

  • Geld­be­we­gun­gen ille­ga­ler Her­kunft über die EU-Außen­gren­zen hin­weg vor­zu­beu­gen,
  • das Ein­flie­ßen von Erlö­sen aus Straf­ta­ten in die euro­päi­sche Gemein­schaft noch wirk­sa­mer zu ver­hin­dern und zu ver­fol­gen (Ver­hin­de­rung und Ver­fol­gung der Geld­wä­sche),
  • Per­so­nen, die in Kon­takt mit ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gun­gen ste­hen und hohe Geld­be­trä­ge mit sich füh­ren, zu iden­ti­fi­zie­ren und
  • das von die­sen Per­so­nen mit­ge­führ­te Geld sicher­zu­stel­len, um so eine grenz­über­schrei­ten­de Finan­zie­rung des Ter­ro­ris­mus zu unter­bin­den.

Aber auch im Bar­geld­ver­kehr zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik und ande­ren EU Mit­glieds­staa­ten bestehen Mel­de­pflich­ten: Im grenz­über­schrei­ten­den Bar­geld­ver­kehr zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik und ande­ren EU-Mit­glieds­staa­ten wird auch wei­ter­hin an der seit 1998 in der Bun­des­re­pu­blik prak­ti­zier­ten Form der Bar­geld­kon­trol­le fest­ge­hal­ten. Dem­nach müs­sen dabei mit­ge­führ­tes Bar­geld und die­sem gleich­ge­stell­te Zah­lungs­mit­tel nur nach Auf­for­de­rung durch die zustän­di­gen Beam­ten münd­lich ange­zeigt wer­den. Der Schwel­len­wert, ab dem die Anzei­ge­pflicht greift, wird jedoch eben­falls in Anpas­sung an die EU-Rege­lung von bis­her 15.000 € auf 10.000 € abge­senkt. Im Gegen­satz zum EU-Recht blei­ben dabei auch wei­ter­hin Edel­me­tal­le und Edel­stei­ne als gleich­ge­stell­te Zah­lungs­mit­tel anzei­ge­pflich­tig. Ein Ver­stoß gegen die­se Anzei­ge­pflicht stellt eben­falls eine buß­geld­be­wehr­te Ord­nungs­wid­rig­keit dar.

Zur Bekämp­fung der Geld­wä­sche über­wacht in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land der Zoll die Ein­hal­tung der Anmel­de­pflicht bei all­ge­mei­nen Zoll­kon­trol­len und beson­de­ren Bar­mit­tel­kon­trol­len bei der Ein- und Aus­rei­se. Dane­ben füh­ren die mobi­len Kon­troll­grup­pen des Zolls im gesam­ten Bun­des­ge­biet Kon­trol­len der Rei­sen­den, des mit­ge­führ­ten Gepäcks und der Beför­de­rungs­mit­tel durch.

Erge­ben sich auf­grund der Bar­mit­tel­an­mel­dung bzw. auf­grund der Bar­mit­tel­kon­trol­le Anhalts­punk­te für Geld­wä­sche (und/​oder für die Finan­zie­rung einer ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung), kön­nen die Bar­mit­tel im Ver­wal­tungs­we­ge zunächst für drei Tage sicher­ge­stellt wer­den, um die Her­kunft oder den Ver­wen­dungs­zweck der Bar­mit­tel auf­zu­klä­ren. Die­se Frist kann durch rich­ter­li­che Ent­schei­dung bis zu einem Monat ver­län­gert wer­den.

Die Pflicht zur Abga­be einer Anmel­dung und die Über­wa­chung die­ser Pflicht durch die Zoll­ver­wal­tung führt zu kei­ner Ein­schrän­kung des frei­en Kapi­tal­ver­kehrs. Bar­mit­tel dür­fen auch in Zukunft in unbe­schränk­ter Höhe geneh­mi­gungs­frei mit­ge­führt wer­den.