Diagonale Ursprungskumulierung mit den Ländern des westlichen Balkans und der Türkei

Im Rah­men des soge­nann­ten „Sta­bi­li­sie­rungs- und Asso­zi­ie­rungs­pro­zes­ses” (SAP) hat die Euro­päi­sche Gemein­schaft Sta­bi­li­sie­rungs- und Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men mit den Län­dern des west­li­chen Bal­kans geschlos­sen, nament­lich mit:

Diagonale Ursprungskumulierung mit den Ländern des westlichen Balkans und der Türkei

Die Sta­bi­li­sie­rungs- und Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men mit Kroa­ti­en und der ehe­ma­li­gen jugo­sla­wi­schen Repu­blik Maze­do­ni­en sind zwi­schen­zeit­lich in Kraft getre­ten. 

Für die Län­der Alba­ni­en, Bos­ni­en und Her­ze­go­wi­na und Mon­te­ne­gro sind bis zum Inkraft­tre­ten der jewei­li­gen Sta­bi­li­sie­rungs- und Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men Inte­rims­ab­kom­men über Han­del und Han­dels­fra­gen anzu­wen­den. Für Ser­bi­en ist auch das Inte­rims­ab­kom­men noch nicht in Kraft getre­ten.

Die Arti­kel 3 und 4 der Pro­to­kol­le über die Bestim­mung des Begriffs „Erzeug­nis­se mit Ursprung in“ oder „Ursprungs­er­zeug­nis­se“ und die Metho­den der Zusam­men­ar­beit der Ver­wal­tun­gen bei der Anwen­dung der Sta­bi­li­sie­rungs- und Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men bzw. der Inte­rims­ab­kom­men zwi­schen der Euro­päi­schen Gemein­schaft und Alba­ni­en1, Bos­ni­en und Her­ze­go­wi­na, der ehe­ma­li­gen jugo­sla­wi­schen Repu­blik Maze­do­ni­en2 und Mon­te­ne­gro sehen die dia­go­na­le Ursprungs­ku­mu­lie­rung zwi­schen den betrof­fe­nen Ver­trags­par­tei­en und — bei den im Beschluss Nr. 195 des Asso­zia­ti­ons­ra­tes EG-Tür­kei genann­ten Erzeug­nis­sen — mit der Tür­kei vor.

Das Pro­to­koll zum Sta­bi­li­sie­rungs- und Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men mit Kroa­ti­en über die Bestim­mung des Begriffs „Erzeug­nis­se mit Ursprung in“ oder „Ursprungs­er­zeug­nis­se“ und die Metho­den der Zusam­men­ar­beit der Ver­wal­tun­gen (in der Fas­sung des Anhangs X des Pro­to­kolls anläss­lich des Bei­tritts Bul­ga­ri­ens und Rumä­ni­ens) sieht kei­ne dia­go­na­le Kumu­lie­rung vor. Das Inte­rims­ab­kom­men mit Ser­bi­en ist noch nicht umge­setzt. Der Han­del mit dem Zoll­ge­biet Koso­vo war noch nicht Gegen­stand eines Sta­bi­li­sie­rungs- und Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men oder Inte­rims­ab­kom­mens.

Eine Kumu­lie­rung kann nur ange­wen­det wer­den, wenn die Län­der der End­fer­ti­gung bzw. der End­be­stim­mung mit allen am Erwerb der Ursprungs­ei­gen­schaft betei­lig­ten Län­dern, d. h. mit den Län­dern, in denen die ver­wen­de­ten Vor­ma­te­ria­li­en ihren Ursprung haben, Frei­han­dels­ab­kom­men mit den­sel­ben Ursprungs­re­geln geschlos­sen haben. Vor­ma­te­ria­li­en mit Ursprung in einem Land, das kein Abkom­men mit den Län­dern der End­fer­ti­gung und der End­be­stim­mung geschlos­sen hat, sind als Vor­ma­te­ria­li­en ohne Ursprungs­ei­gen­schaft zu behan­deln.

Die ent­spre­chen­den Ursprungs­pro­to­kol­le sind im Ver­hält­nis zur EU in Kraft getre­ten:

  • für Alba­ni­en (AL) am 1.1.2007,
  • für Bos­ni­en und Her­ze­go­wi­na (BA) am 1.7.2008,
  • für ehe­ma­li­ge jugo­sla­wi­sche Repu­blik Maze­do­ni­en (MK) am  1.1.2007 und
  • für Mon­te­ne­gro (ME) am  1.1.2008.

Die dia­go­na­le Kumu­lie­rung ist ab dem Inkraft­tre­ten des ent­spre­chen­den Ursprungs­pro­to­kolls zuläs­sig, wenn der end­gül­ti­ge Bestim­mungs­staat ein Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Gemein­schaft oder bei den in der Ent­schei­dung 195 des Gemein­sa­men Aus­schus­ses EG-Tür­kei genann­ten Erzeug­nis­sen die Tür­kei ist.

Die Tür­kei könn­te an einem Sys­tem der dia­go­na­len Ursprungs­ku­mu­lie­rung der Euro­päi­schen Gemein­schaft und den Län­dern des west­li­chen Bal­kans teil­neh­men, sofern ihre eige­nen bila­te­ra­len Abkom­men mit den Län­dern des west­li­chen Bal­kans die dia­go­na­le Ursprungs­ku­mu­lie­rung vor­se­hen. Die gel­ten­den Abkom­men zwi­schen der Tür­kei und eini­gen Län­dern des west­li­chen Bal­kan (Alba­ni­en, Bos­ni­en und Her­ze­go­wi­na, Mon­te­ne­gro) sehen jedoch nur die bila­te­ra­le Kumu­lie­rung vor. Zur­zeit wird das Ver­fah­ren zur Ände­rung der Ursprungs­pro­to­kol­le im Hin­blick auf SAP+ Kumu­lie­rung in die­sen Län­dern erör­tert.

Kom­mis­si­on der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten, Bekannt­ma­chung zu den Prä­fe­renz­ab­kom­men mit dia­go­na­ler Ursprungs­ku­mu­lie­rung zwi­schen der Gemein­schaft, den Län­dern des west­li­chen Bal­kans und der Tür­kei (2009/​C 6207) vom 17. März 2009

  1. Pro­to­koll in der Fas­sung des Anhangs VII des Pro­to­kolls zum Inte­rims­ab­kom­men anläss­lich des Bei­tritts Rumä­ni­ens und Bul­ga­ri­ens zur Euro­päi­schen Uni­on.
  2. Pro­to­koll in der Fas­sung des Anhangs IX des Pro­to­kolls zum Inte­rims­ab­kom­men anläss­lich des Bei­tritts Rumä­ni­ens und Bul­ga­ri­ens zur Euro­päi­schen Uni­on.