Holzeinfuhr in die EU

Das Euro­päi­sche Par­la­ment hat heu­te einer Veror­dung zuge­stimmt, wel­che die Holz­ein­fuhr auf sol­ches Holz beschrän­ken soll, das aus “lega­len Quel­len” stammt. Schät­zun­gen gehen davon aus, dass 20% bis 40% der welt­wei­ten Indus­trie­holz­erzeu­gung  aus ille­ga­len Quel­len stmmt. Mit den neu­en Ein­fuhr­re­geln soll nun ein Bei­trag dazu geleis­tet wer­den, der Ent­wal­dung und der Wald­schä­di­gung und den damit ver­bun­de­nen CO2-Emis­sio­nen sowie dem Ver­lust der bio­lo­gi­schen Viel­falt welt­weit Ein­halt zu gebie­ten.

Holzeinfuhr in die EU

Jähr­lich wer­den ca. 13 Mil­lio­nen Hekt­ar Wald abge­holzt. Auf die Ent­wal­dung sind nahe­zu 20 % der welt­wei­ten CO2-Emis­sio­nen zurück­zu­füh­ren, und sie ist eine maß­geb­li­che Ursa­che für den Ver­lust an bio­lo­gi­scher Viel­falt. Sie ver­ur­sacht auch schwer­wie­gen­de Men­schen­rechts­pro­ble­me, da die Wäl­der in vie­len Län­dern von gro­ßer kul­tu­rel­ler und sozia­ler Bedeu­tung für die vom Wald abhän­gi­ge indi­ge­ne Bevöl­ke­rung sind. Ille­ga­ler Holz­ein­schlag ist eine der wich­tigs­ten Ursa­chen der Ent­wal­dung. Die Men­ge an Indus­trie­holz aus ille­ga­len Quel­len wird von der UN auf 350 bis 650 Mil­lio­nen m3 pro Jahr geschätzt und ent­spricht damit 20 – 40 % der welt­wei­ten Indus­trie­holz­erzeu­gung. Der ille­ga­le Holz­ein­schlag ist Ursa­che sin­ken­der Holz­prei­se, schwin­den­der natür­li­cher Res­sour­cen und abneh­men­der Steu­er­ein­nah­men und führt zu einer Zunah­me der Armut bei den vom Wald abhän­gi­gen Bevöl­ke­rungs­grup­pen.

Die Ver­ord­nung regelt die Ver­pflich­tun­gen von Markt­teil­neh­mern, die Holz und Holz­erzeug­nis­se in Ver­kehr brin­gen oder auf dem Markt bereit­stel­len: sie müs­sen sicher­stel­len, dass nur legal geschla­ge­nes Holz und dar­aus her­ge­stell­te Holz­erzeug­nis­se auf dem Markt bereit­ge­stellt wer­den. Zudem müs­sen Markt­teil­neh­mer, die Holz und Holz­erzeug­nis­se in Ver­kehr brin­gen, eine Sorg­falts­pflicht­re­ge­lung anwen­den. 

Neue Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen

Ver­stö­ße gegen die­se Bestim­mun­gen sol­len sowohl  straf­recht­li­che wie auch ver­wal­tungs­recht­li­che Sank­tio­nen nach sich zie­hen.

Finan­zi­el­le Sank­tio­nen rich­ten sich etwa  nach dem Aus­maß der Umwelt­schä­den oder dem Wert des von dem Ver­stoß betrof­fe­nen Hol­zes bzw. der Holz­erzeug­nis­se. Sie betra­gen min­des­tens das Fünf­fa­che des Wer­tes der durch den schwe­ren Ver­stoß gewon­ne­nen Holz­erzeug­nis­se. Für den Fall eines wie­der­hol­ten schwe­ren Ver­sto­ßes bin­nen fünf Jah­ren betra­gen die finan­zi­el­len Sank­tio­nen min­des­tens das Acht­fa­che des Wer­tes der durch den schwe­ren Ver­stoß gewon­ne­nen Holz­erzeug­nis­se.

Wei­te­re mög­li­che Sank­tio­nen sind die Beschlag­nah­me des Hol­zes und der Holz­erzeug­nis­se oder ein zeit­wei­li­ges Ver­bot, Holz und Holz­erzeug­nis­se zu ver­mark­ten.

Sorgfaltspflichtregelung

Die Markt­teil­neh­mer müs­sen mit­tels eines Rück­ver­folg­bar­keits­sys­tem und einer Über­prü­fung durch Drit­te sicher­stel­len, dass nur legal geschla­ge­nes Holz und dar­aus her­ge­stell­te Holz­erzeug­nis­se in Ver­kehr gebracht bzw. auf dem Markt ange­bo­ten wer­den. Die sog.  Sorg­falts­pflicht­re­ge­lung ver­pflich­tet die­je­ni­gen, die Holz und Holz­erzeug­nis­se auf dem Markt anbie­ten, dazu, den Markt­teil­neh­mer, der das Holz und die Holz­erzeug­nis­se gelie­fert hat, und den Markt­teil­neh­mer, an den das Holz und die Holz­erzeug­nis­se gelie­fert wur­den, fest­stel­len zu kön­nen. 
 
Zudem müs­sen sich die Anbie­ter von Holz oder Holz­erzeug­nis­sen in die Lage ver­set­zen,  auf Auf­for­de­rung Anga­ben über die Bezeich­nung der Art, das Land des Holz­ein­schlags und nach Mög­lich­keit die Kon­zes­si­on für den Holz­ein­schlag machen zu kön­nen.

Die Mit­glied­staa­ten haben sicher­zu­stel­len, dass spä­tes­tens zwei Jah­re nach Inkraft­tre­ten der Ver­ord­nung Holz und Holz­erzeug­nis­se, die in Ver­kehr gebracht und auf dem Markt bereit­ge­stellt wer­den, aus­nahms­los mit den ent­spre­chen­den Anga­ben gekenn­zeich­net sind. Um zu über­prü­fen, ob die Markt­teil­neh­mer die Anfor­de­run­gen der Ver­ord­nung erfül­len, haben die zustän­di­gen Behör­den Kon­trol­len durch­zu­füh­ren.

Ursprungsgebiete von Holz und Holzerzeugnissen mit hohem Risiko

Fer­ner wird die EU-Kom­mis­si­on auf­ge­for­dert, ein Regis­ter vor­zu­le­gen, in dem Ursprungs­ge­bie­te von Holz und Holz­erzeug­nis­sen mit hohem Risi­ko ver­zeich­net sind. Für die­ses sol­len beson­de­re Sorg­falts­pflicht­re­ge­lun­gen gel­ten. So sind etwa Holz und Holz­erzeug­nis­se von Kon­flikt­ge­bie­ten oder von Län­dern, für die ein Ver­bot des UN-Sicher­heits­ra­tes für den Holz­ex­port besteht oder aus Län­dern, in denen eine Abnah­me der Wald­flä­chen zu beob­ach­ten ist, von den Markt­teil­neh­mern als von „hohem Risi­ko“ anzu­se­hen.